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24 Schüler der Theodor-Heuss-Schule und der Hans-Ehrenberg-Schule starten heute mit ihrer Aufgabe als Busbegleiter. Die Ausbilder Christina Pörtner (v.r.) und Kai Rosin loben das ehrenamtliche Engagement. Foto: Dennis Angenendt - © DENNIS ANGENENDT
24 Schüler der Theodor-Heuss-Schule und der Hans-Ehrenberg-Schule starten heute mit ihrer Aufgabe als Busbegleiter. Die Ausbilder Christina Pörtner (v.r.) und Kai Rosin loben das ehrenamtliche Engagement. Foto: Dennis Angenendt | © DENNIS ANGENENDT

Sennestadt Junge Fahrzeugbegleiter schützen Schüler vor Gefahren

Schulwegsicherheit: Aufgeschlitzte Sitzpolster und platt gedrückte Nasen gehören der Vergangenheit an. Die Zivilcourage eines Busbegleiters rettete sogar schon Leben

Anastasia von Fugler
25.09.2019 | Stand 26.09.2019, 14:00 Uhr

Sennestadt. „Mach Platz, hier sitze ich!", sagt ein älterer Schüler und fordert den Jüngern auf, aufzustehen. Als dieser sich weigert, eskaliert die Situation. Der Ältere packt den Jüngeren beim Kragen und drückt dessen Gesicht gegen die Fensterscheibe des Busses. Zwei Busbegleiter gehen dazwischen und klären den Konflikt. „Eine Situation, die in den Schulbussen nicht alltäglich ist, aber dennoch vorkommt", sagt Christina Pörtner. Die Projektleiterin des Vereins „Up to You" bildet seit 18 Jahren Schüler als Fahrzeugbegleiter aus, die in Bussen dafür sorgen, dass Recht und Ordnung eingehalten werden. 24 Neuntklässler aus zwei weiterführenden Schulen in Sennestadt sind nun dem Aufruf gefolgt und haben sich ebenfalls als Busbegleiter ausbilden lassen. Um dieses freiwillige Engagement gebührlich zu feiern, bekamen die Schüler ihre Ausweise gestern zeremoniell von ihren jeweiligen Schulleitungen überreicht. Es gibt Situationen, die eskalieren können „Was wir den Jugendlichen mit dieser Ausbildung mitgeben, ist insbesondere Zivilcourage", sagt Pörtner. In einem zweitägigen Kurs bereitete sie gemeinsam mit Kai Rosin vom Kommissariat Vorbeugung die Schüler in Rollenspielen auf mögliche Konfliktsituationen und Deeskalationen vor. Die Stärkung der Bereitschaft zur Eigenverantwortlichkeit stand dabei im Fokus. Diese Bereitschaft rettete womöglich vor vier Jahren viele junge Leben, als ein Schulbus in Rödinghausen während der Fahrt im hinteren Abteil Feuer fing. „Es war ein Busbegleiter, der die Gefahr erkannte und daraufhin den Fahrer benachrichtigte", so die Projektleiterin. Statt in Panik auszubrechen, verließen die 17 Businsassen das Fahrzeug gerade noch so, bevor es lichterloh anfing zu brennen. „Wäre in diesem Bus kein Busbegleiter gewesen, wer weiß, wie es dann ausgegangen wäre", sagt Pörtner. Denn die anderen Schüler schienen sich der Gefahr, in der sie sich befunden hatten, nicht bewusst gewesen zu sein. Sie filmten die Löscharbeiten und teilten die Bilder in den sozialen Medien. Ein Busbegleiter bemerkte das Feuer und benachrichtigte den Fahrer Diese Art der Gleichgültigkeit hat in den vergangenen Jahren neben den Konflikten auch zu vielen Vandalismusfällen geführt. „Oft waren die Polster der Sitze aufgeschlitzt, die Lehnen waren mit Edding bemalt und die Fenster zerkratzt", erinnert sich Rosin. Seitdem aber Busbegleiter mitfahren, sind die Vandalismusschäden um 80 Prozent in OWL zurückgegangen, bemerkt Rosin. So zeigen im Rahmen von „Up to you" mittlerweile über 10.000 Jugendliche an mehr als 95 Schulen in OWL, dass es ihnen nicht egal ist, was um sie herum passiert.

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