In der neuen Werkstatt: Werkstattleiter und Orthopädietechniker-Meister Ulf Lhotzky (rechts) hält Oberschenkelschaft aus Holz in der Hand, das Material wird heute nur noch sehr selten verwendet. Orthopädie-Mechaniker Alexander Merkenich arbeitet an einer Unterschenkel?orthese für Kinder. - © Silke Kröger
In der neuen Werkstatt: Werkstattleiter und Orthopädietechniker-Meister Ulf Lhotzky (rechts) hält Oberschenkelschaft aus Holz in der Hand, das Material wird heute nur noch sehr selten verwendet. Orthopädie-Mechaniker Alexander Merkenich arbeitet an einer Unterschenkel?orthese für Kinder. | © Silke Kröger

Sennestadt Medi-Pharm statt Deutsche Bank

Elbeallee: Die orthopädisch-technische Werkstatt ist von der Vennhofallee in die ehemalige Filiale gezogen. Die hat ein komplett neues „Outfit“ bekommen

Silke Kröger

Sennestadt. Für die Kunden der Deutschen Bank war der Rückzug des Kreditunternehmens aus Sennestadt ein spürbarer Verlust – für das Sanitätshaus Medi-Pharm aber ein großer Glücksfall: Denn so wurden direkt an der Elbeallee, in Sennestadts 1 A-Lage, große Geschäftsräume frei. Die – sozusagen das i-Tüpfelchen – auch noch direkt neben dem unternehmenseigenen Sanitätshaus liegen. In die ehemalige Filiale ist jetzt die orthopädisch-technische Werkstatt eingezogen, die vorher an der Vennhofallee logierte.„Wir waren eigentlich schon lange auf der Suche nach neuen Räumen", erzählt Werkstattleiter Ulf Lhotzky. Am alten Standort sei alles sehr gedrungen gewesen, sehr unscheinbar, „die Optik der Werkstatt in der Vennhofallee 79 passte nicht zu unserer Arbeit". Das hat sich von Grund auf geändert: Die Ex-Filiale bietet mit rund 200 Quadratmetern – plus 200 Quadratmeter im Untergeschoss – reichlich Platz. „Wir haben es uns richtig was kosten lassen und für die Zukunft investiert", sagt Betriebsleiter Jan Can Bayyurt. Hinter den Beschäftigen der Werkstatt liegen arbeitsreiche Wochen. Nachdem die Deutsche Bank ausgezogen war, hatte Medi-Pharm Kontakt zur Hausverwaltung Haus & Grund und zur Eigentümerin aufgenommen. Sie wurden sich schnell einig. Im Frühjahr, als die Übernahme perfekt war, wurden Aus- und Umzug organisiert, die Filialräume umgebaut. Der Selbstbedienungsbereich wurde entkernt, der Boden erneuert. Neue Wände wurden gezogen, es wurde gefugt, gespachtelt, gestrichen und geputzt. „Wir haben im Team wochenlang überlegt, wie die Räume am besten aufgeteilt und eingerichtet werden sollten", erinnert sich Lhotzky. Das Team entschied sich für einen Bodenbelag in Holzoptik. Die Räume sind hell, es dominiert ein warmer Weißton mit blauen Farbtupfern. Es gibt nun auch ausreichend Parkplätze vor der Werkstatt, und der Zugang ist barrierefrei. Fünf Tonnenschwere Tresore von Spezialunternehmen entsorgt Jetzt sind noch einige Kartons auszupacken, doch das meiste ist geschafft. Neben einem modernen Empfangsbereich gibt es zwei Räume für Anproben, der eine ist mit bunten Farben und Spielzeug besonders für Kinder eingerichtet, und einen „Laufgang", in dem die Patienten das Gehen mit ihren neuen Prothesen ausprobieren können. Dafür wird diese Woche noch ein Treppenlauf mit Rampe geliefert, außerdem ein Laufband, wie man es aus dem Fitness-Studio kennt. Großzügig ist auch der behindertengerechte Sanitätsbereich mit WC und Dusche. Dort können sich die Kunden nach dem Fertigen des Gipsabdrucks für die späteren Prothesen und Korsetts in Ruhe waschen. Am neuen Standort haben der Seniorchef Hans Rings und der Betriebsleiter ein eigenes Büro, im zweiten haben der Werkstattleiter und der Geselle ihre Schreibtische. In der angrenzenden Werkstatt bietet der zentrale Arbeitstisch ausreichend Platz für alle: Das Team umfasst mit neu eingestelltem Geselle und einem Auszubildenden (Orthopädietechnik-Mechaniker) jetzt sieben Mitarbeiter. Im Untergeschoss haben die neuen Mieter fünf Tresore vorgefunden, die von der Bank zurückgelassen wurden. Der schwerste wog fast sechs Tonnen. Sie wurden von einem Spezialunternehmen entsorgt. Hier unten war vier Wochen lang auch die Werkstatt untergebracht, bevor die obere Etage bezogen werden konnte. Die Kunden mussten in dieser Zeit ins Sanitätshaus ausweichen, erzählen Lhotzky und Bayyurt, die sich noch nachträglich für deren Geduld bedanken: „Das ist nicht selbstverständlich." Jetzt sind dort unten Gips- und Schleifräume für die staubigeren Arbeiten untergebracht. Jeder Raum ist einzeln belüftet und mit Filter versehen. Der restliche Keller soll künftig als Lager eingerichtet werden.

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