Sexuelle Orientierung: Schwule und Lesben werden oft diskriminiert, und so ist dieser Workshop von „Schlau" ein Dauerbrenner beim Schüler-Wochenende der „Schulen ohne Rassismus". - © Sibylle Kemna
Sexuelle Orientierung: Schwule und Lesben werden oft diskriminiert, und so ist dieser Workshop von „Schlau" ein Dauerbrenner beim Schüler-Wochenende der „Schulen ohne Rassismus". | © Sibylle Kemna

Sennestadt Sechstes Wochenende für Schulen ohne Rassismus

Engagement gegen Diskriminierung

Sibylle Kemna
24.05.2017 | Stand 23.05.2017, 21:25 Uhr

Sennestadt. In Ostwestfalen gibt es mehr als 70 Schulen mit dem Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Doch wie kann man konkret gegen Ausgrenzung und Diskriminierung agieren? Das erfuhren zwei Dutzend jugendliche Teilnehmer beim sechsten Schüler-Wochenende im Haus Neuland. Zwischen 12 und 25 Jahre alt sind die Teilnehmer in den Workshops „Neue rechte Bewegungen", „Homo- und Transphobie" und „Theatertraining gegen Diskriminierung". „Hier hab ich Leute gefunden, mit denen ich mich darüber unterhalten kann", meint ein junger Mann, der sich Impulse für Aktionen an seiner Schule verspricht. Die 16-jährige Melanie ist das zweite Mal dabei und hat diese Impulse im Vorjahr gleich umgesetzt. „Ich hab an meiner Schule verschiedene Workshops zu Antirassismus organisiert, und das lief ganz gut", berichtet sie. Geholfen hat ihr dabei das Kommunale Integrationszentrum, das in Kooperation mit der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus", der DGB-Jugend OWL und Haus Neuland nicht nur dieses Wochenende organisiert, sondern die Schüler bei allen Anliegen berät und unterstützt. Engagiert diskutieren mehr als zwei Dutzend Jugendliche über sexuelle Orientierung. Dieser Workshop von „Schlau", dem schwulen Netzwerk NRW, erfreut sich besonderer Beliebtheit und wird deshalb zum wiederholten Mal angeboten. „Hier ist ein geschützter Raum, in dem die Referenten den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, Neugierde zu zeigen und von Erfahrungen anderer zu hören", erklärt die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Nilgün Isfendiyar. Rassismus aufspießen kann man auch mit Satire und Musik. Das zeigt Kutlu Yurtseven, Musiker der Hip-Hop-Gruppe „Microphone Mafia", im Abendprogramm, das sehr gut ankommt. Am Samstag stellen die Schüler ihre Arbeit an den Schulen vor. Große Resonanz erfährt auch das Forum-Theater der Arbeiterwohlfahrt, das diskriminierende Szenen vorspielt, die so alltäglich und zuweilen so subtil sind. Die Schüler probieren verschiedene Reaktionen auf diskriminierendes Verhalten und ausgrenzende Äußerungen aus und werden so bestärkt, sich ohne Furcht gegen jegliche Art von Diskriminierung auszusprechen.

realisiert durch evolver group