63 Katzen hatte eine Frau in Eckardtsheim in ihrem Häuschen gehalten. Viele krank, manche sogar behindert. Der Tierschutzverein hat das Haus geräumt. - © Screenshot: NW
63 Katzen hatte eine Frau in Eckardtsheim in ihrem Häuschen gehalten. Viele krank, manche sogar behindert. Der Tierschutzverein hat das Haus geräumt. | © Screenshot: NW

Bielefeld Kranke und behinderte Tiere: Bielefelderin hielt 63 Katzen in kleinem Häuschen

Tierschutzverein hat Haus geräumt / Halterin hatte nur helfen wollen

Alexandra Buck
10.03.2017 | Stand 10.03.2017, 15:21 Uhr

Bielefeld. Das ist dem Bielefelder Tierschutzverein lange nicht mehr passiert: Die Tierschützer mussten mehr als 60 Katzen aufnehmen, die das Veterinäramt aus einem kleinen Häuschen in Eckardtsheim geholt hatte. Es ist der erste Fall des so genannten Animal-Hoarding seit vielen Jahren in Bielefeld. Viele der Tiere seien, sodas Veterinäramt, total verdreckt gewesen, manche krank, einige sogar behindert. "Wegen der erheblichen Vernachlässigung der Katzen als Folge der unhygienischen Haltungsbedingungen und der unzureichenden Versorgung kranker Katzen wurden die Tiere sichergestellt", heißt es vom Veterinäramt. Vier Katzen hätten unmittelbar nach der ersten tierärztlichen Untersuchung schmerzlos getötet werden müssen. Die Halterin war laut Veterinäramt für ihr Tierschutzengagement bekannt. Der Umfang der in ihren privaten Wohnräumen betriebenen Tierhaltung und der Anteil schwer erkrankter und verletzter Katzen wurde durch eine Anzeige bekannt. Die hohe Zahl der Tiere sowie die "individuell zu beurteilenden krankhaften Zustände" und Pflegemängel machen demnach nun aufwändige Ermittlungen erforderlich. In welchem Umfang die Tierhaltung untersagt werde und ob ein Straf- oder Bußgeldverfahren einzuleiten ist, wird vom Ergebnis der Ermittlungen abhängen, teilt das Veterinäramt mit. Ein trauriger Anblick sind die vielen, teils vernachlässigten Tiere gewesen, dennoch wollen die Tierschützer die Dame nicht verteufeln. Sie habe helfen wollen, hat viele Notfallkatzen, auch aus dem Ausland, aufgenommen.Die Frau sei sehr bemüht gewesen, sagt Tiekötter. Die Tiere seien fast alle kastriert gewesen. Die Masse an Katzen sei also keine Folge unkontrollierter Vermehrung. Dennoch sei die Dame angesichts der Zahl der Tiere überfordert gewesen. Die meisten Tiere sind nun im Tierheim und werden dort tiermedizinisch versorgt. Spontan hatten auch das Tierheim Paderborn, das Tierheim Detmold und die Tierhilfe Melle insgesamt 20 Katzen abgenommen. "Dass wir in solchen Fällen im Sinne des Tierschutzes Hilfestellung geben, ist für uns selbstverständlich und Teil einer guten Zusammenarbeit mit der Behörde" so Helmut Tiekötter, Vorsitzender des Bielefelder Tierschutzvereins. Für die anderen Tiere werden in Kürze neue Besitzer gesucht, da es im Katzenhaus des Bielefelder Tierheims im Frühjahr bekanntlich besonders eng wird. Das Tierheim freut sich zudem über Futterspenden (besonders Getreide-freies Futter) und Katzen-Streu. Das Tierheim ist geöffnet von Montag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr.

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