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Ausgezeichnet: Dmytro Omelchak (von links), Anna-Sophie Brosig, Paula Pinn und Koyihiko Kudo sind die neuen Stars der Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit. Sie erhalten ein Preisgeld und werden in ein Förderprogramm aufgenommen, das sie bis zum 35. Geburtstag unterstützt. - © GWK
Ausgezeichnet: Dmytro Omelchak (von links), Anna-Sophie Brosig, Paula Pinn und Koyihiko Kudo sind die neuen Stars der Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit. Sie erhalten ein Preisgeld und werden in ein Förderprogramm aufgenommen, das sie bis zum 35. Geburtstag unterstützt. | © GWK

Sennestadt Sennestädterin überzeugt als einzige Sängerin bei westfälischem Wettbewerb

GWK-Förderpreis 2016: Anna-Sophie Brosig erzielt großen Erfolg

Sibylle Kemna
19.04.2016 | Stand 18.04.2016, 21:12 Uhr

Sennestadt. Sie hat erst das dritte Mal an einem Wettbewerb teilgenommen und schon einen großen Erfolg erzielt: Anna-Sophie Brosig (28) aus Sennestadt gehörte zu den Besten beim Finale um den Förderpreis der Gesellschaft zur Förderung der westfälischen Kulturarbeit (GWK) Anfang April. Jetzt gilt sie als Musikerin mit "überdurchschnittlichen Leistungen, die Herausragendes auch für die Zukunft erwarten lässt". Bereits in der Hans-Ehrenberg-Schule glänzte die junge Sennestädterin mit sängerischen Auftritten in Musicals und Konzerten, sie nahm Gesangsunterricht bei Petra von Laer. Doch studierte die 28-Jährige zunächst Musik- und Englisch, bevor sie sich entschied, ganz auf den Gesang zu setzen. "Ich hab es vor drei Jahren schon mal versucht beim GWK-Wettbewerb, aber da war ich technisch nicht so weit und bin nicht in die zweiten Runde gekommen", berichtet Brosig, die derzeit den Master im Opernfach bei Caroline Thomas an der Musikhochschule Detmold macht. "Der Wechsel nach Detmold hat mir viel gebracht, ich habe einen besseren Bezug zu meiner Stimme gefunden und kann sie überzeugender einsetzen." Wie überzeugend, das zeigte die seit mehr als acht Jahren in Münster lebende Brosig Anfang April in der Musikhochschule Münster. Als einzige Sängerin unter 33 ambitionierten Jungmusikern überzeugte die Sopranistin mit einem variantenreichen Vortrag von Arien aus verschiedenen Epochen und kam ins Finale. "Ich schauspielere gerne ein bisschen und hab aus voller Kehle die hohen Töne rausgeschmettert und Leidenschaft gezeigt", beschreibt sie ihre Performance und bekennt: "Ich war auch wirklich zufrieden mit mir. Ich fand mich echt gut." Am nächsten Abend bekam sie den Anruf, dass sie es ins Finale geschafft hatte, und bewies Durchhaltevermögen: "Am Sonntagabend hatte ich Premiere im Theater in Bielefeld, doch mittags bin ich dann noch zum Wettbewerb", berichtet die sympathische Sängerin, die für das Finale ein 45-minütiges Programm eingereicht hatte, aus dem die Jury 20 Minuten auswählte. Und obwohl es diesmal ruhigere Stücke waren, überzeugte die von Anastasia Kovbyk am Klavier begleitete Brosig wieder und wurde zusammen mit drei weiteren Musikern ausgezeichnet. Eigentlich waren zwei Förderpreise ausgeschrieben, ein erster und ein zweiter. Doch weil die Leistungsdichte so hoch war wie noch nie, wählte die Fachjury zwei Bewerberinnen und zwei Bewerber zu Preisträgern 2016. Die 17-jährige Blockflötistin Paula Pinn und der 26-jährigen Gitarristen Dmytro Omelchak erhielten den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis. Neben Anna-Sophie Brosig wurde Marimbist Kiyohiko Kudo zweiter Preisträger (2.000 Euro). "Ich freue mich über das Geld, vor allem aber über die Anerkennung einer unabhängigen Fachjury und über die Aufnahme in das Förderprogramm", berichtet die junge Frau, die schon seit Jahren als freischaffende Sängerin ihren Lebensunterhalt bestreitet. Sie ist außerdem als Chorleiterin, Stimmbildnerin für Kinder und Jugendliche sowie Gesanglehrerin tätig.

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