Einladung zum Feiern: Das Pastorenehepaar Emanuel und Annika Enders lädt zusammen mit allen aktiven Baptisten am Wochenende ein zum 50-jährigen Bestehen der Johanneskirche in Sennestadt. Der Gottesdienstraum mit dem bunten Bogen, in dem dieses Foto entstand, ist allerdings erst ein Jahr alt. - © Sibylle Kemna
Einladung zum Feiern: Das Pastorenehepaar Emanuel und Annika Enders lädt zusammen mit allen aktiven Baptisten am Wochenende ein zum 50-jährigen Bestehen der Johanneskirche in Sennestadt. Der Gottesdienstraum mit dem bunten Bogen, in dem dieses Foto entstand, ist allerdings erst ein Jahr alt. | © Sibylle Kemna

Sennestadt 50 Jahre Johanneskirche der Baptisten am Ilmenauweg

Anbau mit viel Engagement und Eigenleistungen erstellt

Sibylle Kemna

Sennestadt. Baptisten gibt es in Ostwestfalen seit etwa 150 Jahren. Auch in die junge Sennestadt zogen Mitglieder dieser evangelischen Glaubensfamilie. Vor 50 Jahren weihten sie ihr Gotteshaus ein, die Johanneskirche, die sie mit eigenen Händen erbaut hatten. Genau 50 Jahre später, am kommenden Sonntag, 13. März, wird Geburtstag gefeiert. Seit 1959 hatten sich Baptisten in Sennestadt als "Stationsgemeinde" der Bielefelder Baptisten in Hauskreisen getroffen. Weil es immer mehr wurden, feierten sie Anfang der 60er Jahre monatlich Gottesdienste im Feuerwehrgerätehaus. Doch das Bedürfnis, alle 14 Tage dort die Messe zu zelebrieren, konnte nicht erfüllt werden und so entschlossen sich die knapp vier Dutzend Gemeindemitglieder, eine eigene Kirche am Ilmenauweg zu bauen. "Das waren noch ganz andere Eigenleistungen als heute", berichtet Emanuel Enders, der zusammen mit seiner Frau Annika seit knapp drei Jahren die Pastorenstelle ausfüllt. "Statt einen Lastwagen zu beauftragen, hat man einen Balken mit zwei Autos transportiert und Pferde eingesetzt." So dauerte der Bau drei Jahre und viele Mitglieder opferten in dieser Zeit nicht nur die Abende und Wochenende, sondern auch ihren Jahresurlaub für die Kirche. Zuerst stand der Jugendraum, den man in Zusammenarbeit mit der Stadt auch gleich als "Heim der teiloffenen Tür" (ToT) für die offene Jugendarbeit nutzte. Dann kamen ein Versammlungs- und der Gottesdienstraum hinzu. Zunächst waren sie Tochtergemeinde der Bielefelder Baptisten, die diesen Bau auch finanziell unterstützt hatte, doch bald standen sie auf eigenen Füßen. "Das Schöne an dieser Gemeinde ist, dass sie sich ihrer Geschichte bewusst ist, dass sie hier ein Zuhause geschaffen hat für die Menschen rundum. Dieser Geist ist bis heute zu spüren", so Pastorin Annika Enders, die sechs Vorgänger auf ihrem Posten hatte. Der erste von der Gemeinde berufene Prediger war Gotthard Schüttel. Es gibt noch einige Gründerväter und -mütter, die sich in der 18-seitigen Chronik, die zum Jubiläum erscheinen wird, erinnern: Die Frau des ersten Gemeindeleiters Renate Neeltz, der über 90-jährige Hermann Gerckens und Bernhard und Rosemarie Laskowski, die als junge Leute beim Bau kräftig mit angefasst haben. Sie haben zusammen mit Neuzugängen, wie einigen deutsch-russischen Großfamilien in den 60er Jahren das Gemeindeleben getragen und befruchtet. Da waren Kindertage, große Feste, missionarische Veranstaltungen im großen Zelt im Park und auch viele feste Gruppen von der Jugendgruppe bis zum Seniorenkreis. Die inzwischen mehr als 140 Mitglieder zählende Gemeinde baute immer wieder an und um, zuletzt entstand der neue, helle Gottesdienstraum mit vielseitig einsetzbarem Untergeschoss. "Zu unserem Leitbild gehört, dass wir Baptisten auch Angebote für alle machen, weil wir uns der Sennestadt als unserer Heimat verpflichtet fühlen", berichten die Enders. Das fing an mit dem ToT, das sich 1978 zur Teestube wandelte, und reicht bis zu heutigen Angeboten, wie dem Flüchtlingscafé oder dem Winterspielplatz.

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