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Sennestadt Fotoausstellung zum Jubiläum der Jesus-Christus-Kirche

Aufnahmen des Fototreffs zeigen neuen Blick

Sibylle Kemna
12.01.2016 | Stand 11.01.2016, 21:23 Uhr

Sennestadt. Die Jesus-Christus-Kirche "mit anderen Augen" sehen können die Besucher der Fotoausstellung im Gemeindehaus in den kommenden Wochen. Diese eröffnete am Sonntag das Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen des ungewöhnlichen Gotteshauses. Dass die Hobbyfotografen des "Fototreffs Schloß Holte-Stukenbrock" die ihnen von Birgit Lange ans Herz gelegte Aufgabe nicht leicht fanden, kann Pfarrer Volker Gravemeier nachvollziehen. "Manches entzieht sich der Kamera", meinte er zur Eröffnung der Ausstellung. Schließlich sei die Kirche "Stein und Glas gewordene Theologie" und ihr Zauber könne wohl wahrgenommen, nicht aber auch unbedingt dokumentiert werden. Die Zeltkonstruktion des von Dieter Oesterlen (1911-1994), einem der bedeutendsten Architekten der Nachkriegsepoche geschaffenen Gebäudes "erinnert an das wandernde Gottesvolk", der Boden an einen Lehmboden, erläuterte Gravemeier. Dieser ist abschüssig, der Fluchtpunkt ist der Altar. Bei diesem beeindruckenden modernen Sakralbau "korrespondiert jedes Teil mit einem anderen", so der Pfarrer. Die großen Fenster "reichen in die Natur hinein, so dass der heilige Geist durchgehen kann". "Die Aufnahmen ermöglichen ganz neue Zugänge zu unserer Kirche und der in ihr verbauten Glaubensaussagen", lobte Gravemeier. Gerade weil das keine leichte Aufgabe gewesen sei, seien die Ergebnisse "umso beeindruckender", zeigten einen neuen Blick auf das, was so vertraut ist. Das bestätigten auch die etwa hundert Besucher, die nicht nur die zwölf gedruckten Fotos zu sehen bekamen, sondern das Vielfache an Aufnahmen, die an die Wand projiziert wurden. Details, ungewöhnliche Perspektiven, Blicke von oben - "ein spannender Auftakt für das Jubiläumsjahr", so Gravemeier. "Die Kreuzkirche platzte Ende der 50er Jahre aus allen Nähten", erinnert sich der damalige Pastor Egon Brinkschmidt. "Bei 15.000 Gläubigen brauchten wir dringend ein neues Gotteshaus." Zwar gewann ein junger Architekt den Wettbewerb, doch dem Findungsausschuss gefiel das Modell von Oesterlen besser, berichtet Kirchbaumeister Dieter Stier. Aufgrund eines Formfehlers hatte dieses nicht am Wettbewerb teilnehmen können. "Deshalb wurde die Zeichnung für 500 DM gekauft und der Formfehler so übergangen." Der Kirchenbau habe viel Aufsehen erregt. "Das war ein Ausrufezeichen." Im Oktober 1959 kaufte die evangelische Kirchengemeinde Senne II das Grundstück von der Sennestadt GmbH.  Begonnen wurde der Bau im September 1961, doch der Bauplatz oberhalb des Bullerbachtals musste aufwendig gesichert werden, so dass erst im Juni 1963 der Grundstein gelegt werden konnte. Am 3. April 1966 wurde die Einweihung des 1,2-Millionen-Mark- Baus gefeiert, zunächst ohne Glocken. Das Geläut erklang von St. Thomas Morus. Im Dezember 1966 kam erstmals die Schuke-Orgel zum Einsatz. In den Jahren 2012/ 2013 musste der Bau mit den 48 Meter hohen, weißen Doppeltürmen renoviert werden, weil das Dach schadhaft war und sich über den Fenstern Betonteile gelöst hatten. Dafür wurde die Kirche mehrere Monate gesperrt, die Gemeinde wich auf die Kreuzkirche aus.

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