Begeistert: Sardar (2, v. l.), Samira (7), Anila (3) und Elona (5) freuen sich über den Winterspielplatz im Untergeschoss der Johanneskirche. Hier können sie sich jeden Dienstag in dem großen Raum austoben, in einem Nebenraum aber auch ruhig mit Bauklötzen spielen oder in Büchern schmökern. - © Sibylle Kemna
Begeistert: Sardar (2, v. l.), Samira (7), Anila (3) und Elona (5) freuen sich über den Winterspielplatz im Untergeschoss der Johanneskirche. Hier können sie sich jeden Dienstag in dem großen Raum austoben, in einem Nebenraum aber auch ruhig mit Bauklötzen spielen oder in Büchern schmökern. | © Sibylle Kemna

Sennestadt In der Johanneskirche eröffnet der erste Innen-Spielplatz Bielefeld

Stoppersocken an und los

Sennestadt. Helles Kinderlachen ertönt jeden Dienstag in der Johanneskirche in der Elbeallee. Dann wird das Untergeschoss zum "Winterspielplatz". Im Bällebad, auf dem Rollbrett oder in der Hüpfburg können sich die Kleinen den ganzen Nachmittag lang austoben. "Es ist unseres Wissens der erste kostenlose Innen-Spielplatz in Bielefeld", sagt Pastorin Annika Enders. "Es ist genial. Von Frühling bis Herbst sind wir auf dem Spielplatz am Stadion hier genau gegenüber. Dass die Kinder jetzt einmal in der Woche hier toben können, ist ein super Angebot", sagt Jennifer Wegmann, die mit ihren Kindern gerne her kommt. "Es ist schön gemacht mit der Hüpfburg und dem Bällebad und dass Getränke angeboten werden." Schuhe aus, Stoppersocken an und los geht es. Die meisten Kinder wollen sich erst mal austoben, herumlaufen, auf dem Rollbrett durch den Parcours oder mit dem Bobbycar fahren. "Da sieht man, dass das Bedürfnis nach Bewegung im Winter oft zu wenig ausgelebt werden kann", meint die Pastorin, die sich das Angebot zusammen mit ihrem Mann ausgedacht hat. "Wir haben solche Winterspielplätze in Küstengemeinden erlebt und haben beim Umbau hier extra schon Sportboden verlegen lassen, um so etwas auch bei uns zu realisieren." Seit Anfang November wandelt das Helferteam aus mehr als einem Dutzend Mitarbeitern nun jeden Dienstag den großen Raum im Untergeschoss zum Spielplatz um. In einem ruhigen Nebenraum gibt es Bücher und Bausteine. "Wir steigern uns stetig, das Angebot spricht sich rum. Es kommen jetzt rund 30 Kinder", berichtet die Pastorin. Die Familien in den benachbarten Wohnblocks haben meist wenig Platz zum Toben in der Wohnung, es heißt "Rücksicht nehmen". Ein Kind, das vor dem Fernseher oder am Computer sitzt, macht wenig Lärm, der die Nachbarn stören könnte. "Deshalb ist so etwas besonders wichtig", betont Mirjeta Kameri. "Die Kids sind glücklich hier und hinterher richtig ausgepowert." Auch seien die Mitarbeiter "sehr liebevoll und nett". Dass die Mütter oder eine andere Aufsichtsperson dabei bleiben müssen, wie beim Spielplatz auch, stört sie nicht. Im Gegenteil. "So ist das hier auch ein Müttertreff, wir lernen uns kennen und verabreden uns auch für andere Tage." Jede Mutter klebt sich, wie jedes Kind auch, den Vornamen auf die Brust. Das senkt die Hemmungen und auch die Frauen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, treten in Kontakt mit ihrer Nachbarin. Ein Bastelangebot gibt es auch. Dieses Mal gestaltet Petra Grabinski mit Noel (5), Menal (10) und anderen Kindern Lebkuchenherzen aus Pappe. "Das macht Spaß", findet Menal, die eigentlich schon zu alt ist für den Winterspielplatz, der sich an Kinder bis sechs Jahren richtet. Aber auch ältere Geschwisterkinder sind willkommen. "Nur auf die Tobegeräte dürfen sie nicht mehr drauf", erklärt Annika Enders. Sie würde sich freuen, wenn ihr Beispiel in Bielefeld Nachahmer findet.

realisiert durch evolver group