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Hans-Joachim Büsching an der Klarinette und Eberhard Brünger am Klavier. - © FOTO: SIBYLLE KEMNA
Hans-Joachim Büsching an der Klarinette und Eberhard Brünger am Klavier. | © FOTO: SIBYLLE KEMNA

Sennestadt Die Klangvielfalt der Klarinette

Hans-Joachim Büsching und Eberhard Brünger begeistern beim Musiksommer-Konzert

21.07.2014 | Stand 21.07.2014, 20:37 Uhr

Sennestadt (kem). Eine Premiere gab es wieder einmal beim Musiksommer in der Kreuzkirche: Zwei Sennestädter, der eine ein ehemaliger Schüler und der andere ein ehemaliger Lehrer an der Hans-Ehrenberg-Schule, spielten zum ersten Mal miteinander. Sie boten ein wunderschönes, vielseitiges Konzert.

Vor allem skandinavische Komponisten der Romantik hatten sich die beiden Musiker ausgesucht, der eine (Hans-Joachim Büsching) Solo-Klarinettist im Beethoven-Orchester Bonn, der andere (Eberhard Brünger) trotz Ruhestands Organist und in Sennestadt bestens bekannt, dank vieler Jahre als Kantor der evangelischen Kirchengemeinde. Dieter Mayer, "Spiritus Rector" des Musiksommers, hatte sie zusammengebracht, und sie eröffneten das Konzert mit den "Fantasiestücken" von Niels Wilhelm Gade. Mit warmem, schön modellierten Klarinettenton, markantem Stakkato und großen dynamischen Kontrasten zeigte Hans-Joachim Büsching eine breite Palette an musikalischem und spannungsreichen Ausdruck, von romantisch empfindsam bis hin zu leidenschaftlich. Eberhard Brünger am Klavier ergänzte das Zusammenspiel mit gewohnt souveräner Begleitung zu einem harmonischen Miteinander.

Im Mittelteil boten die beiden hervorragenden Musiker Solovorträge, wobei Brünger mit sechs "lyrischen Stücken" von Edvard Grieg und deren leichten, gefälligen Ausdruck einen Kontrast setzte zu den modern wirkenden "Stimmungen eines Fauns" von Ilse Fromm-Michaels, die Büsching auf seiner Klarinette einfühlsam in Szene setzte. Die romantischen kleinen Stücke, unter ihnen der "Zug der Zwerge", eines der bekanntesten Werke von Grieg überhaupt, umrahmten das 1921 entstandene Solostück der deutschen Pianistin, Komponistin und Professorin Ilse Fromm-Michaels, die als Ehefrau eines jüdischen Juristen unter den Nationalsozialisten gelitten und nach dessen Tod 1945 nie wieder komponiert hatte – worauf Mayer am Jahrestag des Attentats auf Hitler hinwies. Die "Stimmungen eines Fauns" konnten die Zuhörer Ton für Ton genießen, Büsching verdeutlichte einfühlsam die Klangvielfalt der Klarinette. Die Musik ließ den Faun in der Fantasie der Zuhörer erscheinen: Mal klagend, dann voller neckigem Schalk und wieder traurig und einsam.

In der Sonate für Klarinette und Klavier op. 167 des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns brachte Büsching wieder den wunderbar warmen Klang seines Instruments zur Geltung. Er begeisterte mit der Leichtigkeit seines Spiels, das mal zart und mal hart, mal schwermütig und geschmeidig und dann wieder voller Tempo und ausgelassener Lebensfreude daher kam, geerdet durch die souveräne Begleitung des Klaviers von Eberhard Brünger.

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