Der Anfang: Stefan Steiner (Kirchenvorstand, hinten v. l.), Pfarrer Hubertus Maus, Wilhelm Bens (Kirchenvorstand), Daniel Daldrup (GSWG), Johannes Hökenschnieder (Kirchenvorstand), André Hildebrandt, Katharina Alan und Rainer W. Kolodziey (alle GSWG) haben schon im Sommer 2017 die ersten Planungen vorgestellt. Sie stehen am Rande des Parkplatzes. Hinter ihnen befand sich einst die Kirche. - © Silke Kröger
Der Anfang: Stefan Steiner (Kirchenvorstand, hinten v. l.), Pfarrer Hubertus Maus, Wilhelm Bens (Kirchenvorstand), Daniel Daldrup (GSWG), Johannes Hökenschnieder (Kirchenvorstand), André Hildebrandt, Katharina Alan und Rainer W. Kolodziey (alle GSWG) haben schon im Sommer 2017 die ersten Planungen vorgestellt. Sie stehen am Rande des Parkplatzes. Hinter ihnen befand sich einst die Kirche. | © Silke Kröger

Senne 50 neue Wohnungen in Bielefeld-Senne

Sonnentauweg: Erste Grundstücksverhandlungen gab's schon 2011. Inzwischen hat sich die Planung konkretisiert. Doch bis zum Baubeginn dauert es noch

Senne. Wohnungen sind knapp in Bielefeld, die sozial geförderten, mit günstigeren Mieten, Mangelware. Gleichwohl dauert es gerade bei Neubauten viel Zeit, bis auch nur der erste Stein gemauert wird. Das Projekt der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Senne (GSWG) für 50 Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen St.-Johannes-Kirche zwischen Nelken- und Sonnentauweg ist ein gutes Beispiel dafür: Die ersten Gespräche mit der katholischen Kirche über den Grundstücksverkauf führte die GSWG bereits 2011. Jetzt ist immerhin die Planungsebene erreicht. Zuletzt hatte der Stadtentwicklungsausschuss der Neuaufstellung des Bebauungsplanes zugestimmt. Die GSWG hofft auf den Entwurfsbeschluss (das ist das nächste Planungsstadium) im April. Während die Verwaltungsmühlen mahlen, ist man bei der GSWG, die mit Investitionskosten von rund 13 Millionen Euro rechnet, nicht untätig. Die Baupläne sind, soweit möglich, vorbereitet, die "Baufenster", wo später die Häuser stehen werden, festgelegt, ebenso wie die kleine Stichstraße, durch die sie später erreichbar sind. "Daran wird sich nicht mehr viel ändern", sagt Vorstandsvorsitzender Rainer W. Kolodziey. Rund fünf große, zwei- bis dreigeschossige Gebäude seien auf dem Grundstück vorgesehen, das rund 7.700 Quadratmeter groß ist. Auch zu Details wie Balkone, Dachgeschosse, konkrete Zahl der Wohnungen, Stellplätze oder Tiefgarage habe man "erste Vorstellungen" entwickelt. Festgezurrt werde das alles aber erst nach dem Entwurfsbeschluss. Gute Erfahrungen mit sozialer Durchmischung Zudem wolle das Bauprojekt, so Kolodziey weiter, wohl abgewogen werden: Denn auch der Wohnungsmarkt sei nicht unbegrenzt groß. So müsse etwa sorgfältig überlegt werden, wie viele Wohnungen - es gibt zwei Förderwege für günstige oder etwas teurere Mieten - gefördert werden sollten und wie viele nicht. Gute Erfahrungen hat die GSWG mit einer "sozialen Durchmischung", mit Sozialwohnungen und solchen, die frei vermietet werden, unter einem Dach gemacht. Dieses Prinzip soll daher am Sonnentauweg beibehalten werden. "Das ist unser Ziel", bekräftigt der Vorstandsvorsitzende, der gleichzeitig betont: "Wir werden nicht aufgrund des Drucks durch den angeblichen Wohnungsmangel irgendwelche Wohnungen dahinklatschen. Sondern unter dem Aspekt bauen, dass sie noch vermietbar sein müssen, wenn sich der Markt entspannt hat". So will Kolodziey etwa nicht auf eine Unterkellerung verzichten. "Für mich gehören Keller zum Haus", erklärt er kategorisch. Und auch dicht an dicht sei nicht das Ziel: "Wir haben in Windflöte eine aufgelockerte Bebauung. Das möchten wir beibehalten." Denn schließlich sollten die Neubauten das ganze Quartier weiter aufwerten. Auf dem Areal am Rande der Windflöte stand bis 2008 die katholische Kirche St. Johannes, die durch ihre strahlend weiße Fassade, die großen Fenster und die ungewöhnliche Dachkonstruktion bestach. 2008 wurde das Gotteshaus, das andernfalls für viel Geld hätte saniert werden müssen, abgerissen - es war nicht einmal 40 Jahre alt. Bis heute befindet sich im nördlichen Teil des Grundstücks noch das Gemeindehaus, das 1984 errichtet wurde. Es wird bis heute von verschiedenen Gruppen, von der Caritas, dem Sozialverband, einer Frauengruppe und einer "Teestube", genutzt. Ihnen könnten für ihre Treffen Möglichkeiten in anderen Pfarrheimen geboten werden, hat Pfarrer Hubertus Maus vom Pastoralen Team der Pfarrei St. Elisabeth bereits angeboten. Denn auch dieses Gebäude wird abgerissen. Das dränge allerdings nicht, zumal damit nicht viel Zeit verloren werde, meint Kolodziey: "Ein Abriss ist eine Sache von vier Wochen. Das können wir auch noch Ende April, Anfang Mai machen." Dem Bebauungsplan zufolge sind auf dem Grundstück fünf frei stehende Gebäude mit bis zu drei Geschossen, alle barrierefrei und mit Fahrstuhl, mit insgesamt 50 Wohnungen (Durchschnittsgröße 75 Quadratmeter) geplant: für Singles, Paare und Familien. Die Lage ist idyllisch: Rundherum liegen liegen weite Rasenflächen mit Büschen und Bäumen. Die angrenzende Bebauung besteht aus ein- und zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit ausgebauten Satteldächern. Bis die darin lebenden Familien neue Nachbarn bekommen, das wird wohl noch einige Zeit dauern.

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