Infoabend im Sennesaal: Oliver Knebel (Büro Firu, v. l.), Alexander Bergmeier (Bauamt) und Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt stellen die Planung vor und sich den Fragen der Bürger. - © Sibylle Kemna
Infoabend im Sennesaal: Oliver Knebel (Büro Firu, v. l.), Alexander Bergmeier (Bauamt) und Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt stellen die Planung vor und sich den Fragen der Bürger. | © Sibylle Kemna

Senne Aldi-Umzug in Bielefeld: Anwohner befürchten "herumlungernde Gestalten"

Einwohnerversammlung: Anwohner des Neubaugebiets "Breipohls Hof" haben Angst vor Lärm, Unruhe und einer Abwertung ihrer Immobilie

18.01.2019 | Stand 18.01.2019, 08:43 Uhr

Senne. Die Anwohner des Baugebiets Breipohls Hof sind verärgert. Sie sollen den neuen Aldi vor die Nase gesetzt bekommen, direkt anschließend an die Straße "Am Erdbeerfeld". "Bisher war es ein reines Wohngebiet, es sorgt für Irritation, dass auf einmal etwas ganz anderes dort entsteht", sagte auf der Einwohnerversammlung eine Anwohnerin, die Lärm, Unruhe und eine Abwertung ihrer Immobilie befürchtet. Das geht den anderen genauso. Rund 60 Bürger waren am Mittwoch in den Sennesaal gekommen und hörten aufmerksam den Planern Alexander Bergmeier vom Bauamt und Oliver Knebel vom Planungsbüro FIRU (Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung) zu und stellten viele Fragen. Knebel berichtete, dass ein größerer Lebensmittelmarkt an dieser Stelle eine Ausweisung als Sondergebiet voraussetze, da derzeit nur Märkte bis 800 Quadratmeter dort möglich seien. Der Discounter Aldi soll im nordwestlichen Teil des rund einen Hektar großen Gebiets einen eingeschossigen Bau mit einer Verkaufsfläche von 1.300 bis 1.500 Quadratmetern bekommen. Damit bleibe man unter den zulässigen Möglichkeiten von 1.600 Quadratmetern. 140 Stellplätze sind vor dem Markt geplant Davor sind 140 Stellplätze geplant, die über zwei Zufahrten von Windelsbleicher und Friedrichsdorfer Straße aus erreicht werden. Direkt an der Windelsbleicher Straße sollen in zweigeschossigen Gebäuden weitere 600 bis 700 Quadratmeter entstehen, die für die Musikschule Senne, eine Bäckerei und auch Wohnungen genutzt würden. Auch hier bleibe man unter der zulässigen Nutzung von 1.000 Quadratmetern, erklärte Knebel. Hier sollen zwei vitale alte Bäume erhalten bleiben. Indem man den Markt im Nordwesten ansiedele, sorge man für eine Lärmabschirmung für die Anwohner, so Knebel. Werde Handel unmittelbar neben Wohnbebauung erstellt, gebe es meistens Vorgaben, wie ein Verbot der Nachtbelieferung oder auch zusätzliche Schallschutzmaßnahmen. "Wir sind noch in den Anfängen der Planung", betonte Knebel, der sich die Einwände, Vorschläge und Bedenken notierte. Es würden noch der zu erwartende Lärm und Verkehr, etwaige Altlasten, die Auswirkungen auf den Einzelhandel und den Natur- und Artenschutz untersucht und Einwände berücksichtigt. Bis zum 25. Januar können die Pläne im Bezirksamt Senne eingesehen werden und schriftlich Eingaben abgegeben werden. Umzug könnte sich negativ auf den Senner Markt auswirken Nicht nur ratternde Einkaufswagen, der Blick auf eine Supermarkthalle und der Lärm durch Autos und beliefernde Laster macht den Anwohnern Sorgen. Sie äußerten auch Bedenken wegen Menschen, die im Markt Bier kaufen und vor Ort damit herumlungern. So solle es keine Bänke geben. Außerdem wirke sich der Umzug von Aldi negativ auf den Senner Markt aus. Das sähen sie auch so, doch wolle der Discounter dort nicht bleiben und sonst riskiere man, ihn ganz im Senner Zentrum zu verlieren, sagten die Planer. Es werde auch untersucht, ob Netto und Edeka nach wie vor stabil bleiben könnten. Der Fußweg zwischen der Straße "Am Erdbeerfeld" und der Windelsbleicher Straße ist schon lange geplant. Er sorgte für Diskussionsstoff: Der Plan sieht vor, ihn nördlich am Gebäude vorbeizuführen, Anwohner schlugen vor, ihn südlich zu legen oder gar ganz auf ihn zu verzichten.

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