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Bielefeld Tödlicher Unfall: „Wir werden Hanna Marie im Himmel wiedersehen“

Nach einem schweren Unfall auf der Buschkampstraße starb die kleine Tochter einer Bielefelder Familie. Mutter und Sohn wurden schwer verletzt. Auf bemerkenswerte Weise gehen die Angehörigen mit ihrer Trauer um. Und sie bitten um eine kleine Spende

Jens Reichenbach
22.12.2018 | Stand 23.12.2018, 00:02 Uhr

Bielefeld-Senne. Es war ein Zusammenstoß von großer Wucht. Am 23. November stieß das Auto der Familie Klaus auf der Buschkampstraße frontal gegen einen entgegenkommenden Bus. Es war ein Stoß ins Herz einer jungen Familie. Hanna Marie, die eineinhalbjährige Tochter, die an diesem Tag mit im Auto saß, erlag vier Tage später ihren schweren Kopfverletzungen. Die Mutter, die am Steuer saß, wurde lebensgefährlich verletzt. Hannas fünfjähriger Bruder erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Auf bemerkenswert ehrliche Art bittet die Familie nun um Hilfe. Während sich die 29-jährige Ehefrau und Mutter noch zurück ins Leben kämpfte, gingen die Brüder der Schwerstverletzten und ihr Ehemann übers Internet an die Öffentlichkeit. Sie wollen alles Menschenmögliche dafür tun, dass die 29-Jährige bald wieder in den Kreis der Familie zurückkehren kann. Finanzielle Sorgen stehen dem aber entgegen, so dass sie sich für einen Spendenaufruf entschieden. Denn nicht alle Kosten werden nach so einem Unfall von Versicherungen übernommen, erklärt Rolf Hermann, Bruder der Mutter: "Die Spenden sind für Aufwendungen gedacht, die selbst getragen werden müssen." Dazu gehören auch Teile der aufwendigen medizinischen Versorgung, rechtliche Beratung, die Beerdigung oder der Ausgleich des Arbeitsausfalls. "Sie ist friedlich eingeschlafen und muss nicht mehr leiden" Auf der eigens eingerichteten Internetseite schreibt die Familie: "Bei Hanna Marie kämpften die Ärzte um ihr Überleben, jedoch waren die Folgen des Unfalls leider zu gravierend. Nach Tagen voller Hoffen und Bangen ist Hanna Marie am 27. November von uns gegangen. Sie ist friedlich eingeschlafen und muss jetzt nicht mehr leiden." Die Familie sei davon überzeugt, "dass sie jetzt in den Armen unseres guten Hirten Jesus Christus sicher geborgen ist und wir sie einmal wiedersehen werden". Die tief gläubige Familie sei voller Trauer. Dennoch sei sie durch das "Vertrauen auf Gottes Versprechen, in allen Lebenslagen bei uns zu sein, auch getröstet". So sage Jesus im Johannes-Evangelium: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." Auch um das Leben der 29-jährigen Mutter mussten die Ärzte kämpfen. Zwei Wochen lang lag sie im künstlichen Koma: "Inzwischen ist sie wach, kann bereits reden und ihre Arme und Beine bewegen", schreibt die Familie. "Es wird noch einige Wochen dauern, bis sie gesundheitlich wiederhergestellt ist. Wir beten und hoffen jeden Tag an ihrer Seite, dass sie sich wieder vollständig erholt." Ihr Glaube verhindert den Sturz in bodenlose Verzweiflung Der fünfjährige Sohn, der ebenfalls in dem Unfallwagen saß, musste bis zum 7. Dezember stationär behandelt werden. Er leidet seitdem unter wiederkehrenden starken Kopfschmerzen. Wenigstens seine Augenbewegungsstörung bildet sich bereits langsam zurück. Geeint sind sie alle - Vater Martin (29), die große Schwester (7), die zum Unfallzeitpunkt in der Schule war, der Fünfjährige und die Mutter - in der Trauer um das kleinste Mitglied der Familie und in ihrem festen Glauben. So finden sie "Trost darin, zu wissen, dass sie Hanna Marie einmal im Himmel wiedersehen werden". Nun hoffen sie, dass ihre Ehefrau und Mutter "möglichst bald wieder nach Hause kommen kann". Rolf Hermann erklärt: "Gerade in der Erfahrung von tragischem Leid und Tod kommt es darauf an, dass der Glaube tragfähig ist und nicht nur eine Illusion ist, mit der man sich ein bisschen besser fühlt." Dadurch sei die Trauer nicht weggewischt, aber sie stürze die Familie nicht in bodenlose Verzweiflung, sagt er. "Wir können unseren schweren Weg trotzdem mit Hoffnung gehen. Wir erfahren, dass unsere Gebete nicht ins Leere gehen." Noch einige Schritte werden nötig sein, bis die Mutter zur Familie zurückkehren kann. Die Unterstützung von Freunden und Familienmitgliedern, angesichts der finanziellen Mehrbelastung aber auch die Spenden seien eine große Hilfe, schreibt Martin Klaus. Wer helfen möchte, findet den Aufruf im Internet: spende-familie-klaus.de.

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