Ziehen Bilanz: Gerd Weichynik (v. l.), Reinhold Peter (Betriebsleiter ISB), Pit Clausen, Gerhard Haupt und Eberhard David stehen vor dem umgebauten Hauptgebäude auf Ramsbrocks Hof. David hält den symbolischen Eröffnungsschlüssel in der Hand. - © Ingo Kalischek
Ziehen Bilanz: Gerd Weichynik (v. l.), Reinhold Peter (Betriebsleiter ISB), Pit Clausen, Gerhard Haupt und Eberhard David stehen vor dem umgebauten Hauptgebäude auf Ramsbrocks Hof. David hält den symbolischen Eröffnungsschlüssel in der Hand. | © Ingo Kalischek

Senne Neue Funktion für Hof Ramsbrock

Startschuss: Das alte Hauptgebäude ist fertig saniert und wurde am Donnerstag feierlich eröffnet. Die Räume dienen künftig als umweltpädagogisches Zentrum

Ingo Kalischek

Senne. Wenn haupt- und ehrenamtliche Kräfte Seite an Seite arbeiten, ist vieles möglich. Das zeigt sich auf dem Hof Ramsbrock, der am Donnerstag feierlich eröffnet wurde. Seit Frühling 2016 sanierten verschiedene Akteure das alte Hauptgebäude - und präsentieren es künftig als ein Zentrum für Umweltpädagogik und Naturerfahrung. Abgeschlossen sind die Bauarbeiten damit aber noch nicht. Es ist die Rede von einem "Schmuckstück", von einem "Gewinn" sowie einer "Bereicherung für Senne und darüber hinaus". So ziemlich alle Wegbegleiter und Verantwortlichen des Projekts "Ramsbrocks Hof" kamen am Donnerstag zusammen, um sich gegenseitig zu danken und am Ergebnis ihres Einsatzes zu erfreuen: Der Umbau ist abgeschlossen; jetzt kann das 1883 erbaute Hofgebäude als Umweltbildungsstätte genutzt werden. Rund eine Million Euro hat das Projekt verschlungen. 400.000 Euro stammen aus dem Nachlass des Ehepaars Generotzky. Neben der Stadt Bielefeld gab es weitere Spender. "Ohne die wäre das hier alles nicht möglich gewesen", sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Eberhard David. Er dankte neben den Mitarbeitern des Immobilienservicebetriebs (ISB) auch Dietmar Althaus vom Umweltamt sowie Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. "Der neue Hof Ramsbrock ist das Ergebnis, wenn sich Haupt- und Ehrenamt hervorragend unterstützen." Er könne sich vorstellen, dort künftig auch kleinere Kultur-events anzubieten. Mischung aus alten und neuen Elementen im Innern Das Hauptgebäude verfügt unter anderem über eine neue Küche, Toilettenanlagen und eine Pellet-Heizung. Im Eingangsbereich wähnt sich der Besucher in der Vergangenheit. "Wir haben im Innern mit Holz gearbeitet, das zum Teil schon einmal verbaut worden war", erklärt Gerd Weichynik und spricht von einer Mischung aus alten und neuen Elementen. Der Architekt freut sich, dass das Gebäude nun einen Zweck verfolgen wird. "Alte Gebäude können nur erhalten werden, wenn sie eine Funktion haben." Der Ramsbrock Hof soll künftig als umweltpädagogisches Zentrum fungieren, das die Aspekte Landwirtschaft und Naturschutz, Umweltpädagogik und Naturerfahrung sowie Ernährungs- und Geschmacksbildung umfasst. Oberbürgermeister Pit Clausen bezeichnet das Projekt als wichtige Investition für Kinder und Jugendliche. "Sie können in den Räumen Natur und Geschichte begreifen und erleben." Clausen wünscht sich, dass auch Kinder aus Jöllenbeck und Brackwede das neue Angebot nutzen werden. Er sei zuletzt vor drei Jahren auf dem Gelände gewesen - und habe es heute nicht mehr wieder erkannt. Architekt Weichynik erklärte, dass die Akteure an einigen Stellen auch Kompromisse eingehen mussten. So habe man beispielsweise in einem Bereich auf "schöne Fenster mit Stichbögen" aus Kostengründen verzichten müssen. Auch das Thema Brandschutz habe eine große Rolle gespielt. Dietmar Althaus erinnerte an die Anfänge vor rund 17 Jahren. Damals, als der Schafstall eröffnet wurde, habe man bereits den Wunsch geäußert, das Hauptgebäude eines Tages einmal umzubauen. "Heute wissen wir, dass es die richtige Entscheidung war", sagt Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt. Doch nach der Sanierung und Installation neuer Räume folge nun der dritte Schritt: die Umgestaltung des Außenbereiches. Im Sommer 2019 werden rund 100 Gartenfachleute das Gelände gestalten. Möglich macht das die Bundesarbeitsgemeinschaft selbstverwaltender Gartenbetriebe (BASEG). Der Förderverein muss Material, Unterkunft und Verpflegung bieten; die Arbeiten am Außengelände aber sind umsonst. "Dafür benötigen wir noch weitere Unterstützung aus der Bevölkerung, egal, in welcher Form", sagen Althaus und David.

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