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1.Platz: So könnte die Martin-Niemöller-Gesamtschule einmal aussehen. - © Staab Architekten
1.Platz: So könnte die Martin-Niemöller-Gesamtschule einmal aussehen. | © Staab Architekten

Bielefeld Berliner Büro gewinnt Wettbewerb für großen Bielefelder Schulneubau

Mehr als 100 Büros haben sich beworben. Ob "staab Architekten" die Martin-Niemöller-Gesamtschule bauen dürfen, steht allerdings noch nicht fest. Jetzt beginnt das Verhandlungsverfahren.

Sylvia Tetmeyer
06.09.2019 | Stand 06.09.2019, 11:44 Uhr

Bielefeld-Schildesche. Der Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule soll nicht nur Lernort für Schüler sein, sondern auch Begegnungsort für Bürger. "Wir wollen einen kulturellen Baustein im Stadtteil schaffen", sagt Reinhold Peter, Technischer Leiter des Immobilienservicebetriebes (ISB). Im Foyer des Technischen Rathauses wurden die drei ersten Plätze nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Modelle und Entwürfe sind noch 14 Tage zu sehen. Das Büro Staab Architekten aus Berlin belegte den ersten Platz. Der zweite Platz ging an das Architekturbüro Habermann Der Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule soll nicht nur Lernort sein, sondern auch Begegnungsort für Schildescher. „Wir wollen mit der Schule auch einen kulturellen Baustein im Stadtteil schaffen", sagt Reinhold Peter, Technischer Leiter des Immobilienservicebetriebes (ISB). Die Anforderungen an den Neubau seien „erheblich". Drei Architekturbüros haben diese besonders gut umgesetzt. Nicht nur Lernort, auch Begegenungsort Im Foyer des Technischen Rathauses wurden die Entwürfe nun vorgestellt. Das Büro Staab Architekten aus Berlin belegte den ersten Platz. Der zweite Platz ging an das Büro habermann.decker.architekten h.s.d aus Lemgo. Auf Platz drei setzte die Jury das Bielefelder Büro brüchner-hüttemann-pasch.bhp. Außerdem gab es zwei Anerkennungen. Modelle und Entwürfe sind noch 14 Tage lang an der August-Bebel-Straße 92 zu sehen. „Am Wettbewerb haben sich über 100 Büros, auch internationale, beteiligt", berichtet Peter. Neben Architektur und städtebaulichen Qualitäten sei besonders die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes diskutiert worden – unter Beteiligung der Schulleitung. „Die Schule soll eine neue, markante Adresse in der Stadt werden", betont Peter. Wichtig sei die Stadtbibliothek. Im Siegerentwurf erhält sie ein fünfgeschossiges Gebäude mit einem eigenen Zugang. „Im Erdgeschoss befindet sich eine Cafeteria. Hier könnte ein Stadtteilzentrum entstehen", sagt Hanns Ziegler, Geschäftsführer Staab Architekten. Modelle sind im technischen Rathaus ausgestellt Der Neubau soll einladender und öffentlicher Ort für alle Schildescherinnen und Schildescher sein. Für die Lern- und Lehrumgebung wünschen sich die Auslober des Wettbewerbs zudem eine anregungsreiche und transparente Umgebung „zur Förderung des forschenden, experimentierenden und gestaltungsreichen Lernens". Sowohl Begegnungs- als auch Bewegungsflächen sollen entstehen. Besondere Berücksichtigung soll der Punkt „Inklusion" finden. Im Siegerentwurf gibt es sechs einzelne Häuser, die miteinander verbunden sind und über Belichtungshöfe verfügen. „Die Topographie des Geländes ist eine große Herausforderung", findet Ziegler. Der Neubau für 1.200 Schülerinnen und Schüler entsteht an zwei Standorten. Das hat in der Vergangenheit zu Diskussionen geführt, weil die Schüler die Straße „An der Reegt" überqueren müssen. An der Westerfeldstraße sind die Klassen 7 bis 10 sowie die Oberstufe untergebracht. Dort, wo sich der Altbau befindet, sollen die Klassen fünf und sechs unterrichtet werden. Außerdem ist dort die Mensa geplant. Neben der kulturellen Funktion für den Stadtteil soll der Neubau so nachhaltig und wirtschaftlich sein, dass er die Zertifizierung mit dem Standard „Silber" erzielt. Das Lemgoer Büro sieht zwei Riegel vor. Die Verbindung soll über eine Grünfläche geschaffen werden. „An der Bibliothek gibt es einen öffentlichen Platz, der als kommunikatives Zentrum dienen kann", sagt Christian Decker. Neben Stahlbeton wird viel Holz für „behagliche Fußböden" verwendet. „Für uns war die Vernetzung mit dem Stadtteil wichtig", sagt Ursula Pasch. Das Forum erhalte von drei Seiten einen Zugang. Im Erdgeschoss der Gebäude an der Westerfeldstraße sei die Bibliothek untergebracht. Die Verwendung von Klinker und Holzlamellen soll für Lebendigkeit und gleichzeitig Ruhe sorgen. Reinhold Peter erklärt, dass die Stadt jetzt in das Verhandlungsverfahren einsteigt: „Danach wird der Auftrag vergeben."

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