Die Polizei eilte mit Blaulicht zur Jöllenbecker Straße, um einem Raubopfer zu helfen. Es war nicht da. - © MIK NRW / Jochen Tack
Die Polizei eilte mit Blaulicht zur Jöllenbecker Straße, um einem Raubopfer zu helfen. Es war nicht da. | © MIK NRW / Jochen Tack

Bielefeld Kurios: Junger Bielefelder beschreibt sich bei Polizei-Notruf selbst als Täter

Missbrauch: Beamte werden misstrauisch als die Personenbeschreibung zu genau wird

Bielefeld-Gellershagen. Ein junger Bielefelder hat am Donnerstag die Polizei zu einem Raubüberfall in Nähe des Meierteichs gerufen. Bei der Beschreibung des mutmaßlichen Täters beschrieb er allerdings genau sich selbst. Wie Polizeisprecher Michael Kötter berichtet, ging der Notruf wegen eines Raubüberfalls an der Jöllenbecker Straße gegen 18 Uhr ein. Demnach würde ein Opfer auf der Straße liegen. Anschließend gab der Anrufer umfangreiche Details zum Täter weiter – „bis hin zu kleinsten Emblemen auf der Bekleidung des Täters, der in Richtung Meierteich flüchten würde", erklärt Kötter. Mit Blaulicht eilten Polizisten zum Tatort, trafen aber auf kein Opfer. Dafür sprachen sie nahe der Hügelstraße zwei junge Bielefelder an. Überraschenderweise passte die Beschreibung des Anrufers exakt auf einen 18-Jährigen. Wer ausgedachte Straftaten meldet, begeht eine Straftat „Nach einigem Zögern gestand der 18-Jährige, den Notruf von seinem Handy gewählt zu haben", so Kötter. Er erhielt eine Strafanzeige wegen des Vortäuschens einer Straftat und Notrufmissbrauchs. Kötter warnt: „Wer die Polizei zu ausgedachten Situationen ruft, kann den Tatbestand des „Missbrauch von Notrufen" erfüllen." Dabei handele sich nicht um einen Streich, sondern um eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden kann.

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