Blitzer Bernd hat an der Babenhauser Straße wieder sehr viel zu tun. - © Video-Screenshot: Jens Reichenbach
Blitzer Bernd hat an der Babenhauser Straße wieder sehr viel zu tun. | © Video-Screenshot: Jens Reichenbach

Bielefeld Er blitzt und blitzt - Bernd erfasst an der Babenhauser Straße 1.500 Autos an zwei Tagen

Seit seiner Rückkehr in die Tempo-30-Strecke an die Babenhauser Straße hat das Lasergerät wieder viel zu tun

Jens Reichenbach

Bielefeld. Die neuen 30er-Schilder an der Splittenbrede sind installiert, das Tempolimit am Ortseingang der Babenhauser Straße ist sichtbar, seine Rückkehr zur Babenhauser Straße wurde groß angekündigt und trotzdem hat Blitzer Bernd vor dem Karl-Pawlowski-Haus wieder allerhand zu tun. UPDATE (12.05 Uhr): Nach Angaben von Stefan Heiermann vom Ordnungsamt löste Bernd tatsächlich seit Samstag um 9 Uhr bis zum heutigen Montag um 8 Uhr 1.500-mal aus. "Das ist schon eine sehr hohe Zahl." Die überwiegend meisten Verstöße lagen bisher im Bereich von Tempo 40 bis 50 , so Heiermann. Seit dem vergangenen Samstag steht der halbstationäre Laserblitzer, den die Bielefelder liebevoll Bernd getauft haben, zum zweiten Mal in der 200 Meter langen 30er-Zone zwischen Bültmannskrug und Farben Voss. Viele Autofahrer haben von der drohenden Gefahr gelesen und gehen spürbar vom Gas. Aber längst nicht alle. Ein Anlieger meldet sich und berichtet: "Der hat so viel zu tun, dass der gar nicht alle fotografieren kann." Kommen mehrere Temposünder gleichzeitig, scheint er Lade- oder Speicherprobleme zu haben. Stefan Heiermann vom Ordnungsamt glaubt das nicht: "Laut Hersteller kann das Gerät mehrfach pro Sekunde auslösen." Groß, klobig, grau und kaum zu übersehen Dass doch noch einige ahnungslos auf dem Gaspedal bleiben, liegt diesmal sicherlich nicht an den fehlenden Verkehrszeichen, die beim Einbiegen von der Splittenbrede vor wenigen Tagen noch gefehlt und somit 7.000 Fotos von Bernd ungültig gemacht hatten. Der Anlieger sagt: "Kommen Sie vorbei und schauen Sie sich das mal an." Das lässt sich die Lokalredaktion nicht zweimal sagen: Beim Ortstermin am Sonntagabend ist die Beschilderung tatsächlich völlig sattelfest. Bernd steht ganz allein auf dem Parkstreifen, der vor dem Karl-Pawloski-Haus verläuft. Vor ihm und hinter ihm parkt kein Fahrzeug. Der klobige, graue Anhänger, in dem sich die Lasertechnik befindet, ist bestens zu sehen. Manche Verkehrsteilnehmer schleichen regelrecht an dem kleinen Promi des Ordnungsamts vorbei. Und trotzdem fahren immer wieder Verkehrsteilnehmer zu schnell in den Tempo-30-Bereich. Immer wieder löst der rote Blitz aus - mal rechts, mal links, denn Bernd hat beide Fahrtrichtungen im Blick. Ist es passiert, treten die Fahrer meist auf die Bremse, fluchen oder gucken erstaunt und fahren deutlich langsamer weiter. Die einen übervorsichtig, die anderen ahnungslos hinein Seit Anfang Juli herrscht an dieser Stelle Tempo 30. Das Tempolimit ist also relativ neu. Die Gewohnheit der Jahre zuvor scheint bei zu vielen Fahrer die neuen Schilder an der Straße auszublenden. Das vermutet auch der Experte vom Ordnungsamt: "Es scheint so zu sein, dass die Menschen im Tunnel sind, wenn sie seit Jahren dort 50 Fahren konnten." Wieder blitzt es. Es wird dunkler und der bisher gut sichtbare Blitzerklotz verschwindet nach und nach in der Dämmerung. Die Blitzdichte wird höher. Es ist nicht davon auszugehen, dass Bernd erneut innerhalb weniger Tage gleich 7.000 Tempoverstöße registriert. Zu viele Autofahrer wissen nach dem Schilder-Fauxpas der Stadt, der mehrfach durch die Medien ging, bescheid. Bis Dienstagfrüh wird Bernd dort weiterarbeiten, vermutlich die 2.000er Grenze deutlich überschreiten. Am Mittwoch kommt das ausgeliehene Gerät zurück in die Hände des Herstellers.

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