Die Martin-Niemöller-Gesamtschule in Schildesche von oben: Es ist immer noch nicht entschieden, ob der Neubau am Altstandort entsteht ober an der Ecke Westerfeldstraße, Apfelstraße nebenan. - © Jens Reddeker
Die Martin-Niemöller-Gesamtschule in Schildesche von oben: Es ist immer noch nicht entschieden, ob der Neubau am Altstandort entsteht ober an der Ecke Westerfeldstraße, Apfelstraße nebenan. | © Jens Reddeker

Bielefeld Standort der neuen Schildescher Gesamtschule ist weiter unklar

Die Schildescher Kommunalpolitiker sind skeptisch gegenüber dem Neubaustandort eingestellt, aber auch die anderen Varianten haben ihre Nachteile. Der Schulleiter äußert sich deutlich

Ansgar Mönter

Bielefeld-Schildesche. Das Gebäude der Martin-Niemöller-Gesamtschule an der Apfelstraße ist durch. Ein Neubau soll es ersetzen. Doch wohin damit? Die Verwaltung schlägt das Areal an der Ecke Westerfeldstraße, Apfelstraße vor. In der Bezirksvertretung Schildesche hingegen überwiegt die Skepsis diesem Standort gegenüber. Andere Varianten kursieren: Neubau am alten Standort oder eine Kombination aus beiden benachbarten Grundstücken. Während der Sitzung sahen sich die Bezirksvertreter noch nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Erst soll die Verwaltung im Oktober die Machbarkeitsstudie über die Varianten vorstellen. Gesamtschulleiter Lutz van Spankeren hat sich hingegen mit dem Kollegium bereits eine Meinung gebildet. Sollte die Variante mit dem viergeschossigen Neubau am neuen Standort realisiert werden, könne die Schule "das gewünschte pädagogische Konzept nicht mehr uneingeschränkt fortsetzen". Damit reihte er sich ein in die Reihe der Bezirksvertreter, die auch dazu tendieren, die Verwaltungsvariante abzulehnen, darunter die SPD-Fraktion.Die brachte einen Antrag ein, wonach ein Neubau der Gesamtschule Schildesche auf dem alten Gelände entstehen soll. Das biete "die Möglichkeit, mehrere Gebäudekomplexe in mehreren Bauabschnitten zu erstellen, die dann das pädagogische Konzept - auch unter Berücksichtigung der Inklusion - berücksichtigen", lautete die Begründung von Susanne Kleinekathöfer. "Ebenso kann die Bebauung noch angepasst werden, falls die Sechs-Zügigkeit nicht genehmigt wird." Bei einem Neubau müsste die Verkehrssituation nicht verändert werden Weitere Argumente lieferte die SPD mit Blick auf den Verkehr. Demnach müsste bei einem Neubau am Altstandort die Straße An der Reegt verkehrlich nicht verändert werden, ebenso blieben die Optionen zur Weiterführung der Linie 1 erhalten. Und um die Sporthallen zu erreichen, müssten die Schüler das Schulgelände nicht verlassen. Zudem könnten die Nutzungen für die Schildescher über Vereine oder die Bibliothek besser berücksichtigt werden. Die CDU jedoch insistierte. Michael Weber kritisierte das aus seiner Sicht bisher misslungene Verfahren bei der Informationsweitergabe. Er bat deshalb um die Einstufung des Antrags als "Erste Lesung", worauf sich die Bezirksvertreter aus Tradition dann auch einigten. Niemand wollte den grundsätzlich angestrebten Konsens bei Entscheidungen dieser Dimension in der Bezirksvertretung gefährden. Erste Aufklärung in der Sache kam vom stellvertretenden Bezirksbürgermeister Georg-Martin Sauer (Grüne), der die Machbarkeitsstudie über die Varianten vorstellte. Dennoch soll die Verwaltung die Lage im Gremium erklären. "Alle bisherigen Informationen haben eher zu Irritationen geführt als dazu, eine sachkundige Entscheidung zu treffen", monierte Weber. Für die Oktober-Sitzung hat sich Baudezernent Gregor Moss angekündigt. Eventuell gibt es dann vor der entscheidenden Ratssitzung im November noch eine Sondersitzung der Bezirksvertretung Schildesche.

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