Mittelalterfans: Marion Seidel, Felix Morkes, Olaf Seidel, Anke Poyraz und Martina Boetzel freuen sich auf die Veranstaltung „Anno 1290" am kommenden Wochenende auf dem Halhof. - © Sarah Jonek
Mittelalterfans: Marion Seidel, Felix Morkes, Olaf Seidel, Anke Poyraz und Martina Boetzel freuen sich auf die Veranstaltung „Anno 1290" am kommenden Wochenende auf dem Halhof. | © Sarah Jonek

Bielefeld Konkurrenz verärgert: Bielefelder Mittelalterfest „Anno 1290“ weicht nicht aus

Misstöne: Das Spektakel „Anno 1290“ wird auch im kommenden Jahr am zweiten Septemberwochenende stattfinden. Das bezeichnet der Seekrug-Wirt als „rücksichtslos“

Benedikt Schülter

Bielefeld-Schildesche. Die ersten Zelte stehen schon auf dem Halhof. Die Vorbereitungen für das Mittelalterfest „Anno 1290" laufen auf Hochtouren. Dass die zweite Auflage des Spektakels wieder ein Erfolg wird, davon sind die Organisatoren Nobby Morkes, der bereits seit Jahren Mittelalterfeste ausrichtet, und Ulrich Isringhausen, von der SPD-nahen Jugendorganisation der Bielefelder Falken, überzeugt. Den Ärger rund um den Termin am kommenden Wochenende können beide nicht ganz nachvollziehen. Wie berichtet, beklagt sich Seekrug-Wirt Christian Schulz darüber, dass die Veranstaltung parallel zu seinem traditionellen „Fest der 1.000 Lichter" laufe. „Anno 1290 ist schon seit über einem Jahr fest terminiert und steht schon lange auf Flyern", sagt Nobby Morkes. Es hätte auch keine anderen Ausweichmöglichkeiten für das Mittelalterfest gegeben. Nur das zweite Septemberwochenende sei eine Option gewesen. Am ersten Samstag und Sonntag hätte man mit dem „Heeper Ting" konkurriert. Weiterer Ärger ist programmiert. Auch im kommenden Jahr werde das Mittelalterfest am zweiten Septemberwochenende stattfinden, gaben Nobby Morkes und Ulrich Isringhausen bekannt. Das bringt Christian Schulz auf die Palme. „Ganz toll", kommentiert er das auf Anfrage der NW, mit einer gehörigen Portion Sarkasmus in seiner Stimme. Er bezeichnet das Vorgehen der beiden Veranstalter, besonders das der Falken, als „rücksichtslos". Auch die Argumentation, dass die Zielgruppen des „Fest der 1.000 Lichter" und von „Anno 1290" unterschiedlich seien, lässt er so nicht stehen. „Dem würde ich so nicht zustimmen. Das ist totaler Quatsch", sagt Schulz. Um die Situation zu entschärfen, will sich der Organisator der Falken, Ulrich Isringhausen, mit dem Wirt zusammensetzen. Dabei schlägt er vor, einen anderen Termin für das „Fest der 1.000 Lichter" zu finden: „So eine Eintagesveranstaltung ist ja eigentlich auch einfacher zu verschieben als unser großes Mittelalterfest", sagt Isringhausen. Und groß ist der richtige Ausdruck für das Spektakel. So erwartet Nobby Morkes, wie im vergangenen Jahr zwischen 6.000 und 7.000 Besucher. Die sollen dann über 400 Teilnehmer bewundern können, die 26 Heerlager auf sechs Hektar aufschlagen werden. Hinzu kommen 50 Händler, Handwerker, Versorger und Künstler. Auch die Bielefelder Truppe Comitatus Liliam ist dabei. Die Gruppe ist schon lange von Veranstaltungen rund um das Mittelalter begeistert. „Für uns ist das Entschleunigung aus der Hektik des Alltags. Auch wenn es hier dann wegen der vielen Zuschauer laut wird", sagt Mitglied Olaf Seidel. Er wird die Besucher stilecht als Bogenschütze begrüßen. Wie er, trägt auch seine Frau Marion Seidel grün: „Alle unsere Kleider sind selbst genäht", sagt sie. Ansonsten werden sie sich, wie auch auf allen anderen Mittelalterfesten, von den modernen Errungenschaften wie Handy fernhalten. Nur bei der Toilette gehen sie Kompromisse sein. Die Gruppe möchte nicht auf fließendes Wasser verzichten. 
Für den nötigen Lokalkolorit sorgt der Sohn von Veranstalter Nobby Morkes. Felix Morkes wird ganz in einer weißen Kutte gewandet Hermann von Schildesche darstellen. Der sei 1290 in Schildesche geboren und habe dann als Augustinermönch Karriere gemacht, erklärt der 22-Jährige.

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