In U-Haft: Der 40-jährige Bielefelder von der Apfelstraße sitzt jetzt wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens in U-Haft. - © Symbolfoto: Oliver Krato
In U-Haft: Der 40-jährige Bielefelder von der Apfelstraße sitzt jetzt wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens in U-Haft. | © Symbolfoto: Oliver Krato

Bielefeld U-Haft: Mutmaßlicher Bombenbauer schon im Juni der Polizei aufgefallen

Schon im Juni wurde dem mutmaßlichen Bombenbauer ein Fass mit Toluol abgenommen

Bielefeld. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Bombenbauers von der Apfelstraße ist jetzt Haftbefehl gegen 40-jährigen Bielefelder erlassen worden. Das bestätigte die zuständige Staatsanwältin Stefanie Lange. Der Untersuchungshaftbefehl wurde am Dienstag "wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens" ausgesprochen. Das heißt, nach Ansicht der Ermittler wollte der bisher unbescholtene Mann vermutlich einen Sprengstoff-Anschlag verüben. Allerdings - das betonen alle Beteiligten - gibt es keinerlei terroristischen Hintergrund für die Tat. Welchen Hintergrund die Tat tatsächlich habe, wolle man aber aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht sagen, so Lange. Nach Angaben der Staatsanwältin wurden mindestens in zwei seiner vier bekannten Wohnadressen die nötigen Bestandteile für den Sprengstoff TNT gefunden - ein heute durchaus noch gebräuchlicher militärischer und gewerblich genutzter Sprengstoff. Nachbarn beobachten im Juni, wie dem Verdächtigen ein Fass geliefert wird Vor dem Ermittlungsrichter wies der 40-jährige Deutsche die Vorwürfe von sich, ließ sich darüber hinaus aber nicht ein. Die Ermittler stützen ihre Erkenntnisse aber auf seine  Aussage bei der polizeilichen Vernehmung direkt nach der Festnahme. Außerdem gab es konkrete Hinweise zu den Hintergründen der Tat, die überhaupt erst zu der Festnahme geführt haben. Dass der 40-Jährige - wie berichtet - nur handelsübliche Mengen der Sprengstoffbestandteile bei sich gelagert hatte, sagt wenig aus. Wie Lange bestätigte, hatten im Juni Nachbarn die Polizei gerufen, weil der Tatverdächtige ein Fass geliefert bekommen hatte, auf dem deutlich erkennbar Gefahrenzeichen zu sehen waren. Die Polizei kam damals bei dem 40-Jährigen vorbei und habe dabei festgestellt, dass es sich bei der Lieferung um Toluol handelte, einen wesentlichen Bestandteil des Sprengstoffs TNT. Weil Privatpersonen solch große Mengen Toluol gar nicht besitzen dürfen, so Lange, wurde das Fass von der Polizei beschlagnahmt. Dennoch galt der 40-Jährige bis jetzt als strafrechtlich unbescholten. Die entscheidenden Hinweise kamen von Insidern Allerdings erreichten die Ermittler nun konkrete Hinweise von anderer Seite auf den 40-Jährigen, die plötzlich die Hintergründe für eine geplante Sprengstofftat erklären könnten. Aufgrund dieses Insiderwissens schlug die Kripo am Montagvormittag zu und nahm den Verdächtigen auf offener Straße in der Nähe seiner Wohnung an der Apfelstraße fest. Die Untersuchungen zu den sichergestellten Chemikalien dauern an. Da aber zahlreiche Stoffe noch in ihrer Originalverpackung gelagert waren, ist sich die Polizei sicher, dass es sich um gefährliche Stoffe handelt, die in Kombination TNT-Sprengstoff ergeben.

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