An der Grundschule Sudbrack wird das Fach "Glück" unterrichtet. - © Symbolfoto Pixabay
An der Grundschule Sudbrack wird das Fach "Glück" unterrichtet. | © Symbolfoto Pixabay

Bielefeld Bielefelder Schule bietet das Fach "Glück" an

Hier sollen die Schüler bestärkt und ermutigt werden

Bielefeld. Viele Kinder fühlen sich in der Schule unter Druck. Wer ist nicht schon einmal in seinem Leben bedrückt und traurig mit einer fünf oder sechs nach Hause gekommen? Und als wär's mit der Schule nicht schon schwierig genug, läuft es auch in immer mehr Familien nicht rund. Und da setzt das neue Schulfach "Glück" an, das die Grundschule Sudbrack seit Mitte März anbietet. Die Kinder bekommen Unterstützung dabei, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren, und nicht an ihren Schwächen zu verzweifeln, sagt Schulleiterin Martina Reiske. Sie sollen eine innere Zufriedenheit erlangen, die sie stark macht und den oft anstrengenden Alltag durchstehen lässt. Spiele und Experimente Auch die Zukunft ist ein Thema im Glücksunterricht. "Die Kinder können sich Gedanken darüber machen, was sie nach der Schule gern machen würden." Viele Inhalte würden über Spiele und Experimente vermittelt. Locker, ohne Angst und Druck, so geht es zu im Glücksunterricht. Die Kinder erzählen, was sie aneinander mögen - und das wird selbstredend auch schriftlich festgehalten. Und wenn die Stimmung mal nicht so ideal ist, kann man immer wieder das Pappschild hervorholen und sich an den lieben Botschaften erfreuen. Mehr als eine Qualifizierungsanstalt Die erste Schule in Deutschland, die das Schulfach anbot, ist eine Berufsschule in Heidelberg. Das war 2007. Die Idee war, den Schülern mehr zu bieten, als eine reine berufliche Qualifizierung. Seelische und körperliche Gesundheit und eben Lebenskompetenz sollten eine größere Rolle spielen. Schule sollte mehr sein, als eine reine Qualifizierungsanstalt. Schüler und Eltern der Sudbrackschule seien begeistert von dem neuen Schulfach, das freiwillig besucht werden kann und deshalb vom Schulamt nicht genehmigt werden muss. Der ehemalige Schulleiter Ernst Fritz-Schubert hat das Schulfach "Glück" entwickelt. Später gründete er das Fritz-Reuter-Institut. Das Institut entwickelt und vermittelt Techniken zur Stärkung der Persönlichkeit und des ganzheitlichen Wohlbefindens. Die neuesten Erkenntnisse der Lernforschung werden dabei mit bewährter pädagogischer Erfahrung verknüpft. In Zusammenarbeit mit Universitäten erforscht das FSI die Wirkung der eingesetzten Techniken. Glück, Liebe, Verständnis Alle Maßnahmen und die Grundlage des Entwicklungskonzepts Glück beziehen sich auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die 1959 die "Erklärung der Rechte des Kindes" verabschiedete, nach der die Menschheit dem Kinde ihr Bestes schuldet, damit es eine glückliche Kindheit hat. In der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 heißt es, dass "das Kind zur vollen und harmonischen Entfaltung seiner Persönlichkeit ... umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen soll".

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