Hohe Sicherheitsstandards: Bei der Entfernung giftiger Schadstoffe müssen Mitarbeiter in der Uni Bielefeld Schutzanzüge und Atemmasken tragen. So genannte Schwarzzonen sichern die Grenzbereiche zwischen belasteten und freien Bereichen ab.
Hohe Sicherheitsstandards: Bei der Entfernung giftiger Schadstoffe müssen Mitarbeiter in der Uni Bielefeld Schutzanzüge und Atemmasken tragen. So genannte Schwarzzonen sichern die Grenzbereiche zwischen belasteten und freien Bereichen ab.

Bielefeld Weitere Schadstoffe bei Sanierung der Uni Bielefeld entdeckt

Bei Arbeiten in der Uni sind neue Asbest- und Weichmacherquellen aufgetaucht / Bereits abgeschlossene Arbeiten haben zudem nicht zum gewünschten Ergebnis geführt / Nun verzögern sich die Arbeiten

Bielefeld. Eigentlich hätte der erste Bauabschnitt der Uni Bielefeld seit Januar frei von Schadstoffen sein müssen. Das zumindest sahen die Pläne des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) vor. Das Hochschulgebäude aus den 1970er Jahren soll modernisiert werden. Dafür müssen die Schadstoffe weg. Doch die Sanierungsarbeiten für den ersten von sechs Abschnitten verzögern sich. Als Grund gibt der BLB unerwartete Entdeckungen an. Außerdem müssten einige Arbeiten erneut durchgeführt werden, weil sie nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hätten. Die Schadstoffentfernung im Haupttrakt der Hochschule bereitet dem Landesbaubetrieb zusehends Schwierigkeiten. „Bei der Entkernung des Gebäudes sind weitere Funde aufgetaucht", sagte BLB-Sprecher Carsten Pilz. Dabei handele es sich konkret um Asbest, hochgiftiges PCB (Weichmacher) und künstliche Mineralfasern (KMF). Asbest in alten Brandschutzbereichen, hochgiftiges PCB in den Fugen Asbest wurde Pilz zufolge vor allem in ehemaligen Brandschutzbereichen verbaut, PCB finde sich in Fugen und die KMF in Deckenbereichen und Wänden. Die neuen Fundorte hingegen seien im ersten Bauabschnitt bislang nicht bekannt gewesen und müssten nun zusätzlich saniert werden. Außerdem werde es notwendig, einige Gebäudeteile erneut zu überarbeiten, weil die Schadstoffentfernung dort nicht gründlich genug durchgeführt worden sei. Bei so genannten Freimessungen in Bereichen, die eigentlich als fertiggestellt galten, habe man abermals Schadstoffkonzentrationen festgestellt, sagt der BLB-Sprecher. Einzelne Sanierungsschritte hätten demnach nicht den gewünschten Erfolg erzielt. „Wir haben die mit der Schadstoffentfernung beauftragen Planer und Firmen aufgefordert, ihre Prozesse zu verbessern und einige Bereiche erneut zu bearbeiten", so Pilz weiter. Schadstoffentfernung verlängert sich um ein Jahr Wegen der unerwarteten Schwierigkeiten gehe er jetzt davon aus, dass sich die Schadstoffentfernung noch um etwa ein Jahr verlängern werde. Auf die Gesamtdauer der Baumaßnahmen zur Modernisierung würde diese Planänderung aber keinen Einfluss haben, betonte der BLB-Sprecher. Die Sanierung erfolge parallel zu einem Risikocheck. Und der soll Pilz zufolge bis Ostern abgeschlossen sein. „Wir rechnen in den kommenden Wochen mit ersten Ergebnissen." Im Sommer hatten der Landesbaubetrieb verkündet, dass in Absprache mit der Uni eine so genannte „sorgfältige Risikoprüfung" durchgeführt werde. Kosten- und Terminpläne werden noch einmal unter die Lupe genommen, um rechtzeitig aufzeigen zu können, an welchen Stellen noch Änderungen vorgenommen werden müssen.

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