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Karl Lagerfeld hat sein Bild mit einer Widmung für Günter Sahm versehen. Auch der Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts hat "To Gunter" auf die Karte geschrieben. - © FOTO: SYLVIA TETMEYER
Karl Lagerfeld hat sein Bild mit einer Widmung für Günter Sahm versehen. Auch der Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts hat "To Gunter" auf die Karte geschrieben. | © FOTO: SYLVIA TETMEYER

Schildesche Sammeln ist seine Leidenschaft

Günter Sahm hat etwa 700 Autogrammkarten / Schildescher zeichnet und schreibt

VON SYLVIA TETMEYER
13.02.2014 | Stand 11.02.2014, 20:59 Uhr

Schildesche. Es gibt immer wieder Begegnungen, die ihn überraschen. "Götz George ist ziemlich klein. Außerdem ist er ein Selbstbeweihräucherer", findet Günter Sahm. Einige der Prominenten, deren Karten in unzähligen Alben stecken, hat der Schildescher selber getroffen. Von den meisten hat er sich die signierten Bilder schicken lassen. "Ich bin in zwei Autogrammsammler-Clubs", berichtet der 63-Jährige.

In den regelmäßig erscheinenden Publikationen erfahre man, an welche Adresse der Autogrammwunsch gehen müsse. "Manche wollen sogar Geld dafür", sagt der Sammler. Meistens reiche jedoch ein frankierter Rückumschlag. Einige Politiker, Schauspieler, Musiker oder Maler haben persönliche Worte gewählt. In der Regel sind jedoch nur Unterschrift und Datum auf den Bildern. Darunter sind Raritäten, wie die Konterfeis der ehemaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brand sowie der Schauspiel-Legende Clint Eastwood.

Als vor einigen Jahren Yoko Ono, die Witwe von John Lennon, die Bielefelder Kunsthalle besuchte, machte Thomas Kellein, damaliger Kunsthallenleiter, dem leidenschaftlichen Sammler wenig Hoffnung auf ein Autogramm. "Nicht mit mir", dachte Sahm. Mit Foto und Stift begab er sich am Ende der Veranstaltung zum Nebenausgang und erhielt unter den bösen Blicken zweier Leibwächter das Objekt seiner Begierde: eine Signatur mit Widmung. Unvergessen bleibt für den gelernten Groß- und Außenhandelskaufmann eine Zufallsbegegnung am Timmendorfer Strand. "Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki residierte dort mit seinem Sohn Andrew im Seeschlößchen-Hotel." Sofort bat Sahm um eine Autogrammkarte. Reich-Ranicki habe sofort abgewinkt und ihn gefragt, ob er kein Buch von Goethe dabei habe. Eine Unterschrift hat der Schildescher dann trotzdem bekommen: "Er hat mir später seine Biografie signiert."

Information

Buchautor

  • Nach dem Tod seines Vaters vor drei Jahren hat Günter Sahm ein Buch geschrieben. Außerdem hat der Vielleser einen Band mit Bildern der Schildescher Fachwerkhäuser herausgebracht.
  • Neben Autogrammkarten sammelt er auch Briefmarken und Bonsai-Pflanzen. Figuren aus Überraschungseiern sammelt er aus Platzgründen jedoch nicht mehr. Sahm ist Mitglied im Verein "Deutsche Sprache". (syl)

Sahm, der sich als "Jäger und Sammler" bezeichnet, erinnert sich gut an eine Initialzündung, die seine Leidenschaft für Signaturen auslöste. Es habe vor zehn Jahren auf der Ferieninsel Mallorca begonnen. "Im Flughafen kam mir eine Frau bekannt vor", erzählt er. Niemand habe sich jedoch getraut, die Sängerin anzusprechen. Er hatte richtig getippt. Es habe sich tatsächlich um einen erfolgreichen Star der 70-er und 80-er Jahre gehandelt: Lena Valaitis. "Die meisten Prominenten erfüllen die Bitte nach einem Autogrammwunsch", sagt der 63-Jährige, der 23 Jahre lang für den Cornelsen-Verlag tätig war. Im Erdgeschoss des Verlagsgebäudes sind 25 seiner Karikaturen ausgestellt.

"Ich habe schon gezeichnet, bevor ich in die Schule gekommen bin", berichtet der gebürtige Oerlinghauser. An die Freie Presse, der Vorgängerzeitung der Neuen Westfälischen, schickte er regelmäßig humorvolle Zeichnungen. Bis heute schreibt Sahm gerne Briefe: "Meine Mutter konnte damals mit Füllfederhalter und toller Handschrift meterlange Briefe verfassen."

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