Das neue Forschungs-Gebäude auf der Langen Lage wird eine Nutzfläche von etwa 5.300 Quadratmetern haben. Es bietet bis zu 400 Wissenschaftlern Platz. Hinzu kommen modernste Forschungsgeräte für Experimente. Die Fertigstellung ist für Frühsommer 2012 geplant. - © COMPUTERGRAFIK: CARPUS + PARTNER AG AACHEN
Das neue Forschungs-Gebäude auf der Langen Lage wird eine Nutzfläche von etwa 5.300 Quadratmetern haben. Es bietet bis zu 400 Wissenschaftlern Platz. Hinzu kommen modernste Forschungsgeräte für Experimente. Die Fertigstellung ist für Frühsommer 2012 geplant. | © COMPUTERGRAFIK: CARPUS + PARTNER AG AACHEN

Bielefeld Bielefeld auf Platz 1

Die Uni auf dem Weg zur Spitze: Finanzierungs-Zusicherung für neuen Forschungsbau auf der Langen Lage

VON ANSGAR MÖNTER

Bielefeld. Gute Nachrichten aus der Universität Bielefeld gab es in den vergangenen Jahren einige: Spitze bei der Biotechnologie, Zuspruch bei der Exzellenz-Initiative, zehn Graduierten-Schulen und acht Graduierten-Kollegs. Jetzt ist noch eine Spitzen-Nachricht hinzugekommen: Der deutsche Wissenschaftsrat hat den Neubau-Antrag für die Forschung an intelligenten Robotern in Bielefeld auf Platz 1 aller eingereichten Anträge deutscher Universitäten gesetzt.

Die Umsetzung ist nun Formsache. Ab Januar 2011 entsteht auf dem Campus Lange Lage ein Gebäude für 32 Millionen Euro, jeweils zur Hälfte finanziert von Land und Bund. Fertigstellung: 2012 - in dem Jahr, in dem auch über die weitere Finanzierung der Arbeit am Institut Citec (Cognitive Interaction Technologie) entschieden wird. Dahinter verbirgt sich Robotertechnik-Forschung auf höchstem Niveau. Rund 250 Wissenschaftler arbeiten am Citec an der Entwicklung von Maschinen, die intelligenter und smarter werden sollen, damit sie dem Menschen nutzen. Demnächst, im Neubau, können bis zu 400 Wissenschaftler daran arbeiten.

Wie bedeutend die Finanzierungs-Zusage für die Universität ist, dokumentierten gestern die Gesichter von Rektor Professor Gerhard Sagerer und Kanzler Hans-Jürgen Simm. Beide strahlten. Für die Uni-Leitung geht es bei dem 32-Millionen-Euro-Gebäude um mehr. Es ist zugleich der Beginn der Entwicklung auf dem neuen Campus-Gelände. "Es wurde oft gesagt, wir bekommen das Geld nie zusammen, Jetzt haben wir es und das erste Institut wird dort gebaut", frohlockt Kanzler Simm. Er erkennt den "Anfang einer Entwicklung", die Bielefeld in die Champions League der Universitätsstandorte führen soll.

Der Wissenschaftsrat hat mit seiner Bewertung den Optimismus in der Bielefelder Uni eindeutig genährt. Das Expertengremium, das die Bundesregierung und Regierungen der Länder in Sachen Forschung und Lehre federführend berät, zeigte sich voll überzeugt vom Konzept aus Bielefeld. Von den 13 förderungswürdigen Anträgen, die aus etwa 100 ausgewählt wurden, landete der aus Bielefeld auf Platz 1, vor Anträgen von den renommierten Universitäten aus Marburg, München, Karlsruhe, Aachen oder Freiburg.

"Das ist wieder eines der Signale, dass wir ganz oben mitspielen", sagt Rektor Gerhard Sagerer. Seiner Ansicht nach werden in Zukunft nur wenige Universitäten Spitzenforschung liefern können. Bielefeld hat gute Chancen, dazu zu gehören.

Das sieht auch Professor Helge Ritter so, der die wissenschaftliche Arbeit an intelligenten Robotern derzeit mit seinen Kollegen in einem Containerbau leistet. "Wir versprechen uns durch den Neubau einen außerordentlichen Rückenwind." Das Gebäude wird mehr Möglichkeiten für Experimente bieten und die Forscher vieler Disziplinen unter einem Dach vereinen. Den Erfolg der Universität Bielefeld begründet Ritter mit dem ausgeprägten "Teamgeist" der Wissenschaftler.

Tatkräftig geht die Universität nun die nächsten Aufgaben an. Die jetzigen Profile der Hochschule sollen weiter gestärkt werden und immer wieder neue entdeckt und entwickelt werden - wie es in den vergangen Jahren gelungen ist. Die Chancen auf weitere Erfolge sind laut Simm mit der Entscheidung des Wissenschaftsrates gestiegen.

In den kommenden Tagen wird zunächst der Bauantrag für das Forschungsgebäude gestellt, dann werden die Gewerke ausgeschrieben. Parallel dazu schmieden Rektorat und Forscher neue Pläne - für zukünftige gute Nachrichten aus der Universität Bielefeld. OWL

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