Bielefeld Türkische Hells Angels formieren sich

Kopf der neuen Bielefelder Gruppe ist ein Ex-Mongol aus Bremen / Polizei bleibt in Bereitschaft

Bielefeld. Der SEK-Großeinsatz gegen türkische Hells Angels vor zwei Wochen am Boulevard (die NW berichtete) hat so einiges Licht ins Dunkel der türkischen Rocker und Türsteher gebracht, die in OWL bisher unbekannt waren: die "Nomads Turkey". Inzwischen ist bekannt, dass sich hier eine etwa zehnköpfige Nomads-Gruppe gebildet hat. Einige dieser Hells Angels leben in Bielefeld. Kopf der berüchtigten Nomads ist Neco Arabaci, der laut jüngsten Medienberichten der Nachfolger des inhaftierten Hells-Angels-Oberhaupts Frank Hanebuth werden könnte. Der frühere "Rotlicht-Pate von Köln" soll nach seiner Ausweisung aus dem türkischen Izmir die Fäden ziehen. Chef der Bielefelder Gruppe ist nach Bestätigung der Polizei ein bekannter Intensivtäter aus Bremen. Er soll Gründer der 2011 verbotenen "Mongols MC Bremen" sein. Vor Kurzem zog der Deutsch-Türke hierher. Ob er sich in Bielefeld ein neues Feld für illegale Geschäfte im Disko- und Nachtclubbereich eröffnen will, blieb bisher unbekannt. Die Polizei will auch an diesem Wochenende wieder mit großer Einsatzstärke durchgreifen, sollten seine Leute am Boulevard auftauchen. Wie berichtet hatten 33 der Nomads nach ihrer vorläufigen Festnahme vor dem Elephant-Club ein Aufenthaltsverbot für das Neue Bahnhofsviertel kassiert. Der Grund dafür sollen Erpressungsversuche gewesen sein: Ihr Ziel ist es, eigene Türsteher an den Diskoeingängen einzusetzen, um damit die Drogenpolitik in den Clubs kontrollieren zu können. Bisher ohne Erfolg. Die Polizei verstärkte deshalb ihre Streifen vor den Häusern diverser Diskobetreiber. Offen erpresst worden sei man zwar nicht, sagen sie. Sorgen mache der Auftritt der Hells Angels aber allen. Der Geschäftsführer des Eros-Center ("Knusperhäuschen") an der Eckendorfer Straße widerspricht hingegen Gerüchten, dass Nomads bereits das Laufhaus unter ihre Kontrolle bringen wollten: "Uns hat definitiv niemand angesprochen. Es gab auch keine Erpressung." Die Polizei nimmt das Auftauchen der türkischen Höllenengel dennoch ernst. Sie hat eine Besondere Aufbauorganisation gebildet, um das Treiben intensiv zu verfolgen. Bereits am Sonntag nach dem SEK-Einsatz waren vier der Rocker erneut am Boulevard aufgetaucht – in einem der Restaurants. Zwei Tage später saßen sie diesmal in einem Innenstadtrestaurant zusammen – in ihren Kutten.

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