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Bielefeld Volksfest auf der Bundesstraße

Auf der B 61 war gestern zwischen Bielefeld und Herford Muskelkraft statt Benzin gefragt

VON ARNO LEY (TEXTE) UND ANDREAS FRÜCHT (FOTOS)
01.10.2013 | Aktualisiert vor 0 Minuten |
Bruno Büchel auf dem Nachbau eines historischen Hochrades auf der Herforder Straße.
Bruno Büchel auf dem Nachbau eines historischen Hochrades auf der Herforder Straße.

Bielefeld. Bruno Büchel hatte immer den Überblick im Gewusel. Der gebürtige Schweizer fuhr mit einem Hochrad von Bielefeld nach Herford. Wie er nutzen bis zu 50.000 Menschen die Aktion "Ohne Auto mobil" zu einer gemütlichen Tour zwischen den Nachbarstädten. Es war die dritte Auflage der Werbeveranstaltung für eine Fortbewegung ohne Motorenlärm. Und wie bereits 2009 und 2011 war es wieder ein herrlicher Sonnentag.

Die Bielefelder Politiker mussten gleich zu Beginn kräftig in die Pedale treten. Eine Delegation machte sich auf den Weg zu den Amtskollegen nach Herford. Auf der Heeper Straße wehte ein scharfer Ostwind. Einzig Pit Clausen blieb vom Gegenwind unbeeindruckt. Er konnte seinen Amtsbonus voll ausfahren. Oliver Spree, Fahrradbeauftragter des Amtes für Verkehr, hatte den Oberbürgermeister mit einem Elektrorad ausgestattet. Vor allem an den leichten Steigungen musste Spree später selbst bitter erfahren, welche Vorzüge der lautlose Hilfsmotor bietet. Clausen gab ein gleichbleibend strammes Tempo vor. Obwohl als Treffpunkt mit den Herfordern die Nachtbushaltestelle "Friedhof" in Stedefreund ausgemacht war, haben alle Ratsmitglieder die Tour überlebt.
Im Ravensberger Park hatte um 10 Uhr ein Markt der Möglichkeiten rund ums Fahrrad eröffnet. Dort wurden von Umweltdezernentin Anja Ritschel und Fred Schelp als Koordinator auch die Sieger der Aktion Stadtradeln 2013 (siehe unten) ausgezeichnet.

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An der 16 Kilometer langen Strecke zwischen Bielefeld und Herford hatten Vereine Info- und Versorgungsstände aufgebaut. In Brake zählten Mitglieder des Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Vorbeiradelnden. Zugleich warben sie dort für einen Radschnellweg nach Minden. Wenige Meter weiter bei der Firma Kerkmann gab es Gelegenheit, die dort vor zwei Wochen abgestellte Dampflok (NW vom 16. September) zu besichtigen. Kurz vor der Stadtgrenze präsentierte sich dann auch der Angelsportverein Petri Heil – "erstmals in unserer Geschichte bei einer Großveranstaltung", wie dessen Vorsitzender Stefan Müller stolz anmerkte.

Auf der Straße waren vor allem Fahrräder verschiedener Typen unterwegs, aber auch Inliner- und Skateboardfahrer nutzten die Gelegenheit. Manch skurriler Eigenbau war zu beobachten. Das alles konnte sich Bruno Büchel aus gehobener Position anschauen. Früher hatte der Künstler, der in Brackwede wohnt, so für seine Arbeiten werben wollen. "Aber die Leute fragen mich immer nur nach meinem Hochrad", sagte er.