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Bielefeld Der Haustür-Wahlkampf

Bundestagswahl 2013: SPD setzt auf Bürger-Dialog und verzichtet auf Großveranstaltungen

VON JOACHIM UTHMANN
31.08.2013 , 16:00 Uhr
Kandidatin Christina Kampmann hebt ihre "junge tolle Truppe" hervor, mit Jörg Rodermund, Marcus Lufen, Hans Hamann, Feride Celik, Ann Katrin Brambrink, Johannes Knippenberg, Friedhelm Brinkmann, Minjou Stewener, Hans-Dieter Röhr, Monika Blum(v.l.). Auf dem Ostmarkt posierten sie beim Wahlkampf-Auftritt vor Johannes Emmerichs’ altem roten VW-Käfer 1200 L aus dem Jahr 1975. - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Kandidatin Christina Kampmann hebt ihre "junge tolle Truppe" hervor, mit Jörg Rodermund, Marcus Lufen, Hans Hamann, Feride Celik, Ann Katrin Brambrink, Johannes Knippenberg, Friedhelm Brinkmann, Minjou Stewener, Hans-Dieter Röhr, Monika Blum(v.l.). Auf dem Ostmarkt posierten sie beim Wahlkampf-Auftritt vor Johannes Emmerichs’ altem roten VW-Käfer 1200 L aus dem Jahr 1975. | © FOTO: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück besuchte nur im kleinen Kreis einen Kindergarten in Dornberg. Die Bielefelder SPD verzichtet im Bundestags-Wahlkampf auf Großveranstaltungen. Dafür suchen Direktkandidatin Christina Kampmann und ihr Team den Dialog mit den Bürgern. 33.000 Hausbesuche wollen sie bis zum 22. September absolvieren – um im Endspurt noch die Wende zu schaffen.

Denn derzeit liegt die SPD in Umfragen hinter der CDU. In Bielefeld holte CDU-Kandidatin Lena Strothmann vor vier Jahren das Direktmandat – mit rund 3.000 Stimmen Vorsprung. Die hofft Kampmann wettmachen zu können. Freitag beim Auftakt der heißen Wahlkampfphase zeigte sie sich bei einem Auftritt auf dem Ostmarkt optimistisch. Hier am Rande der Marktstände an der Prießalle verteilte Kampmann rote Rosen. Und die Helfer schenkten aus dem Ape-Dreirad Espresso aus.

Hausbesuche sind das Rezept, mit dem sich die neue Kandidatin, die erstmals bei einer Wahl antritt, bekannt machen will. Dabei hilft ihr ein 15-köpfiges junges Team, aber auch die Mitglieder der 37 Ortsvereine vor Ort. "Das ist die Stärke der SPD, dass sie in der Fläche so gut verankert ist", betont der SPD-Vorsitzende Marcus Lufen: "Diese Stärke wollen wir nutzen."

Mit einer Plakatkampagne startete die SPD ihren Wahlkampf, der nur von einzelnen Parteiprominenten wie dem Bielefelder Kandidaten vor vier Jahren, Landes-Arbeitsminister Guntram Schneider, begleitet wird. Aber auch Schneider wird nicht öffentlich reden, sondern die Alevitischen Kulturgemeinde besuchen und an einer Betriebsräte-Konferenz im Lindenhof teilnehmen.

Der Verzicht auf Großveranstaltungen hilft der SPD auch, mit dem eher knappen Wahlkampf-Budget von 45.000 Euro auszukommen, so Lufen. Allerdings steuern die Stadtbezirke noch einiges bei, indem sie Rosen und Info-Material selbst kaufen.

Kampmann setzt darauf, den Menschen zuzuhören und auf die Probleme, die sie ansprechen, Antworten zu geben. Miete, Energiepreis, Wohnen im Alter seien Themen, die bewegen: "Da sind wir mit der Senkung der Stromsteuer und der Mietpreisbremse auf dem richtigen Weg", sagt Lufen.

Der Vorsitzende ist sich sicher: "Wir holen das Direktmandat." Dass Kampmann aber noch aufholen muss, ist den Wahlkämpfern klar. Die Ausgangssituation sei aber knapper, als viele derzeit annehmen. Lufen: "Wir werden aus dem Windschatten kommen und als Sieger über die Linie gehen."