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Bielefeld Kaffeefahrt mit Feuer und Wasser

Begeisterte Fahrgäste bei Sonderfahrten der restaurierten Dampflok 01 150

VON JOACHIM UTHMANN
12.08.2013 | Stand 11.08.2013, 20:47 Uhr

Rund 34.000 Liter Wasser sind im Tender. Zwei Drittel davon hat die erste Fahrt gekostet. Jetzt muss gepumpt werden. Die Berufsfeuerwehr und Queller Wehrfreunde mit ihrem historischen Fahrzeug sorgen für Nachschub. Dauert gut eine halbe Stunde. Der Heizer passt gut auf, dass die Füllung stimmt.

Im Führerhaus spritzt Lokführer Welzel nochmal kurz den Boden und die Tenderkohle ab – "damits nicht so staubt". Polz überprüft Druck und Temperatur. Über zwei Pumpen regelt der Lokführer den Dampf. "Mit Feuer und Wasser musst Du spielen", sagt er. Bergauf ziehts mehr Dampf. Und der Heizer darf nicht zu viel Druck machen. "Lieber weniger, dafür öfter schüppen", sagt Polz.

Mit vollem Tender ruckt die Lokomotive wieder an. Ein Pfiff signalisiert den mehr als 200 Wartenden, die sich rund um die Drehscheibe drängen, die 01 150 kommt. "Du musst hinter den Zwerg", ruft der Heizer, ein Signalpunkt fürs Rangieren. Doch erst bremst die Lok wieder. "Holt o’mal an." Einmal gehts noch kurz zurück. Dann steuert Welzel das richtige Gleis an: "Bis zur Scheibe vor."

Imposant und fast majestätisch dreht sich die 01 150 vor der Kulisse des Ringlokschuppens, als Marco Riffelmann von den Bielefelder Eisenbahnfreunden das elektronische Drehwerk startet. Das war vier Jahre lang kaputt – und ist passend eine Woche vor der Sonderfahrt repariert und wieder betriebsbereit. Die alte Lok kann wieder losdampfen, die neun Wagen werden angehängt. Die Gäste für die zweite Fahrt warten schon.

Für Olaf Teubert geht mit den Sonderfahrten nach vielen Jahren ein Traum in Erfüllung. "Die Maschine läuft wie ein Uhrwerk – wunderbar." "Und die Fahrgäste waren begeistert", betont Rainer Balzer von der Eisenbahnstiftung: "Das ist super angekommen. Der Andrang war riesengroß." Teubert wünscht sich, dass es nicht das letzte Mal war. Er hofft auch, dass es bald nach Berlin mit der 01 150 geht: "Damit die Bahnkonzernspitze mal sieht, was möglich ist." Und vielleicht fährt die so vorbildlich restaurierte alte Lok im nächsten Jahr wieder in Bielefeld. Teubert wird da nicht lockerlassen.

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