Bielefeld Bielefeld hat Deutschlands größten Innenstadt-Skatepark

Extremsportler sind die Attraktion

Bielefeld. Da tut sich etwas in der Bielefelder Innenstadt. Mit zwölf Millionen Euro EU-Fördergeld durfte die klamme Stadt den Kesselbrink, eine einst berüchtigte Betonwüste, generalüberholen. Das Prunkstück des Platzes ist ein riesiger Skatepark. In der Szene der Extremsportler sorgte die Anlage schnell für Aufsehen. Und davon haben auch normale Besucher etwas. Wer sich auf einem Brett mit vier Rollen nur den Hals brechen würde, der kann sich von einer Bank aus das Spektakel ansehen. "Da bleibt einem die Luft weg", staunt Brigitte Maske. Die 70-jährige Bielefelderin und einige Begleiter gucken zu, wie die Fahrer an Rampen, Treppen und Bänken ihre Tricks wagen. Die einen kurven mit den gedrungenen BMX-Rädern durch das große "U" der Halfpipe. Andere lassen im Sprung ihr Skateboard unter den Füßen wirbeln.EU sponserte Skatepark mit 750.000 Euro Ein Brett zerbricht krachend in zwei Teile, als ein Fahrer nach einem Sprung über ein Beet landet. Von seinen Kumpeln gibt’s da lautstarken Respekt. Kurz verschnaufen die Jungs an einer Bank. "Absolut top", lautet das Urteil von David Krawehl zum Skatepark. Der 29-Jährige aus Braunschweig ist mit sieben Freunden nach Bielefeld gefahren, um den Park zu testen. "Wir haben im Internet davon gelesen", erzählt er. Die Fachmagazine der Skater-Szene haben schon üppig Lob für die opulente Anlage verteilt. Von einer neuen "Pilgerstätte" sei bereits die Rede, erzählt Benjamin Kopp, der Initiator des Parks. Wo sich Bielefeld jetzt mit der 750.000-Euro-EU-Investition in der Hitliste der Extremsportstädte einsortieren darf, ist dabei noch ein bisschen umstritten. Vom größten Skatepark Europas war schon die Rede. Kopp, der als BMX-Europameister ein bisschen herumgekommen ist, formuliert es vorsichtiger: "Wir gehen davon aus, dass es der größte innerstädtische Skatepark Deutschlands ist." Er träumt von einem "Skate-Tourismus" in Bielefeld. Auch die Wirtschaft könnte von den Extremsportlern profitieren. Es läuft gut an. Bis zu 300 Fahrer seien an guten Tagen auf der Anlage unterwegs, sagt Kopp.Erste Szenekneipe hat eröffnet Dazu strömen an warmen Abenden die Bielefelder auf den verwandelten Platz. Schüler und Studenten bevölkern dann den Kesselbrink. Die erste Szenekneipe hat schon aufgemacht. Mancher meint, an diesen Abenden schon echtes Metropol-Flair auf dem Kesselbrink zu spüren. Ein bisschen Berlin – oder wenigstens etwas "Berlinefeld". Brigitte Maske findet nur Lob für Bielefelds neue Vorzeigeecke. Obwohl, ein Makel sei da schon noch: "Für die Älteren, 70 plus, wären ein paar Bänke mit Rückenlehnen nicht schlecht." Auch "Skate-Tourist" David Krawehl hat kaum etwas zu meckern. "Der Park ist einfach zu finden mit dem Auto, einfach Richtung Zentrum fahren." Nur die Parksituation findet er "ein bisschen blöd". Bliebe als Alternative der Zug. Vom Bahnhof zum Kesselbrink sind es knapp zehn Minuten zu Fuß. Mit einem Skateboard unter den Füßen geht’s schneller. Bei Youtube gib es ein tolles Video von Tarik Ungewitter zum Skatepark:

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