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Bielefeld Was die Wirtschaft von Shakespeare lernen kann

Raphaela Dell will ihr Publikum zu Managementberatern machen

VON JÜRGEN KRÜGER
22.06.2013 | Aktualisiert vor 0 Minuten

Bielefeld. Auch 400 Jahre nach seinem Tod ist William Shakespeare präsent. Raphaela Dell lieh dem berühmten englischen Dramatiker und Lyriker ihre Stimme und nahm die etwa 400 Zuhörer in der Stadthalle Bielefeld mit auf den Weg von Heinrich V., Hauptfigur des gleichnamigen Shakespeare-Dramas.

Raphaela Dell will ihr Publikum zu Managementberatern machen. - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Raphaela Dell will ihr Publikum zu Managementberatern machen. | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Was die Wirtschaft von Shakespeare lernen kann - © Wirtschaft
Was die Wirtschaft von Shakespeare lernen kann | © Wirtschaft

Heinrich ist um das Jahr 1400 herum in England als junger Prinz eher ein Versager und bekannt für sein Lotterleben. "Prinz Heinz" nennen ihn seine zwielichtigen Freunde. Als sein Vater, König Heinrich IV., in einer Schlacht fällt, übernimmt Prinz Heinz den Thron. Alle sind gespannt, was nun passiert.

Raphaela Dell beschreibt, wie sich der junge König zu einem verantwortungsbewussten Regenten entwickelt. Seine Mission: den Anspruch auf den französischen Thron durchsetzen.

Querverbindungen zu heutigen Managementfragen

In fünf Akten führt die gelernte Schauspielerin, die ihren Impulsgeber-Vortrag "Schlag nach bei Shakespeare" theoretisch auf die Lehren des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung gründet, die Zuhörer mit in die Schlachten und versucht, ihr Publikum zu Managementberatern zu machen. Immer wieder stellt sie bei ihrem Vortrag Querverbindungen zu heutigen Managementfragen her.

"Was hätten Sie an des Königs Stelle getan?", fragt die 52-Jährige oft. Als Heinrich zum Beispiel von drei seiner engsten Gefolgsleute verraten wird, lässt er sie hinrichten. "Das sollen Sie natürlich nicht machen", warnt die gebürtige Düsseldorferin.

Information
Die nächsten Impulsgeber
  • 11. Juli: Jörg Löhr: "Mit Begeisterung zum Erfolg"
  • 5. September: Isabel García: "Ich rede"
  • 19. September: Stefan Verra: "Was sagt mein Körper, und warum weiß ich nichts davon?"
  • 10. Oktober: Andreas Buhr: "Machen statt meckern!"
  • 14. November: Slatco Sterzenbach: "Der perfekte Tag – 365 Tage!"
  • 5. Dezember: Sven Gábor Jánszky: "Lebenswelten 2020"
  • Informationen und Buchung unter der Telefonnummer (08161) 9190 oder www.nw.unternehmen-erfolg.de.

   
   
      
  

Manchmal müsse man aber den Mut haben, sich auch von den kompetentesten Mitarbeitern zu trennen, wenn sie ein anderes Spiel spielen wollten, sagt Dell. "Der Verräter oder Sie", das sei hier die Frage. Wer versuche, Verräter zu Freunden zu machen, könne sich gleich eine Zielscheibe auf den Rücken malen und sagen: "Zielt genau hierhin."

Auf dem Weg nach Paris hat Heinrich einige Hürden zu nehmen. Am Tag vor der entscheidenden Schlacht auf dem Feld von Azincourt findet er die passende Haltung, um seine geschundene Armee neu zu motivieren. Und tatsächlich gelingt ihm das Unfassbare, seine 8.000 englischen Soldaten schlagen 40.000 Franzosen.

Doch die größte Prüfung hat Heinrich noch vor sich, als er die Hand der französischen Prinzessin Katharina fordert und er erst einmal vom Kriegermodus in den Verführermodus wechseln muss. William Shakespeares 38 Werke böten ausreichend Lehren für die Welt von heute, sagt Dell. Zu ihrem Thema Motivation schließt sie mit "to inform, to educate, to inspire" - informieren, ausbilden, begeistern. So habe es der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs gelebt, und so steht es auch bei Shakespeare.