Bielefeld Ein Weinberg für Bielefeld

90 Rebstöcke im Winzerschen Garten gepflanzt / Eröffnung im Juni

VON HEIDI HAGEN-PEKDEMIR
Die Johannisberg-Abfüllung aus dem Rheingau hat Christian Ebeler (l.) zum Fototermin auf dem Bielefelder Johannisberg mitgebracht. Neben ihm Hansjörg Pfitzner und Ehm Eike Ehrig (r.). - © FOTOS: ANDREAS ZOBE
Die Johannisberg-Abfüllung aus dem Rheingau hat Christian Ebeler (l.) zum Fototermin auf dem Bielefelder Johannisberg mitgebracht. Neben ihm Hansjörg Pfitzner und Ehm Eike Ehrig (r.). | © FOTOS: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Besucher der Sparrenburg können diesen Anblick bald genießen: Als Weinberg wird sich ihnen ein Teil des Johannisbergs präsentieren. Die ersten 90 Rebstöcke hat Christian Ebeler bereits gepflanzt, im Winzerschen Garten.

Wein vom Johannisberg, die Rede ist dieses Mal nicht von der Abfüllung aus dem gleichnamigen Schloss im Rheingau (Oetker). Dort hat Christian Ebeler zwar den Winzerberuf erlernt. Doch seine Erfahrungen setzt der Bielefelder Kaufmann jetzt am heimischen Johannisberg um, in der Nähe seines Elternhauses.

Die ersten zarten Triebe im Winzerschen Garten ranken sich an dem filigranen Drahtgeflecht hoch. Dieses Gelände oberhalb des Caroline Oetker-Stifts liegt den ganzen Tag über in der Sonne – wenn sie denn scheint. "Ich freue mich, hier einen Punkt zu haben, an dem ich wieder als Winzer aktiv sein kann", sagt Ebeler.

Als Kleinod bezeichnet Ehm Eike Ehrig den Garten. Der Landschaftsarchitekt gehört wie Ebeler und Hansjörg Pfitzner dem Vorstand der Gesellschaft Winzerscher Garten (GWG) an. Deren Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich für die Anlage.

Von hölzernen Liegen in der "Trichterlounge" – an dieser Stelle fiel im Krieg eine Bombe – blicken die Männer auf die Wahrzeichen der Stadt: direkt gegenüber die Sparrenburg, links davon die Türme der Neustädter und Altstädter Kirche. Weiter hinten ist das Städtische Klinikum erkennbar.

Die Weinflasche auf Ebelers Knien stammt von seinem Ausbildungsbetrieb – eine Requisite fürs Foto. "Noch ist es nicht so weit, doch wir sind auf dem besten Weg, ein ähnliches Niveau zu erreichen", spöttelt Pfitzner. Weiß er doch genau, dass eine Bielefelder Abfüllung wohl so schnell nicht geben wird.

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Für die Traube Vitis Americana hat sich Ebeler entschieden. Die robuste Sorte hat alle Chancen, in dieser Bielefelder Hanglage zu gedeihen. Doch 90 Rebstöcke sind noch nicht viel. Einen Teil der Trauben werden Menschen und Vögel naschen. Mit der ersten Lese rechnet Ebeler "frühestens nach zwei Jahren".

Doch Wein wird auf dem Johannisberg schon bald getrunken, versprechen die Drei. Events sind geplant, Konzerte und eben auch Weinproben. Einen Tag wie im Urlaub sollten die Besucher im Garten verbringen, wünscht sich Ehrig. Das Summen des Verkehrs auf dem Ostwestfalendamm untermalt seine Aussage. "Das gesellschaftliche Leben kehrt auf den Johannisberg zurück", freut er sich.

Aktiv sind dort zurzeit vor allem die 25 GWG-Mitglieder. Zuletzt setzten sie vor wenigen Tagen Stauden rund um die Mauerkrone am Weg und die Kraterlounge. Wollziest, Bergminze und Katzenminze setzen schon jetzt Farbtupfer in die noch kahle Anlage. Auf der Trockensteinmauer breiten sich erst zaghaft Thymian, Schleifenblumen und Steinkraut aus.

90 weitere Weinstöcke könnten noch dieses Jahr gepflanzt werden – ginge es nach Ebelers Wünschen. Doch über die 50.000 Euro für den zweiten Bauabschnitt, der auch die Verkehrssicherheit der Grotte mit einschließt, hat der Immoblienservice der Stadt zu entscheiden. Auch der dritte Bauabschnitt sieht weitere Rebenanpflanzungen vor: insgesamt 250.

Im Juni wird der Winzersche Garten eröffnet. Für die Mitglieder der GWG gibt es noch viel zu tun. Ehrenamtliche Helfer und Mitglieder sind willkommen. www.gwg-johannisberg.de

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