Bielefeld Nackte greift Elmar Brok vor EU-Parlament an

Bielefelder Politiker weist Prostitutions-Vorwürfe zurück

Brüssel/Bielefeld. Bizarre Szenen vor dem EU-Parlament in Brüssel: Eine halbnackte Frau stürmt auf Elmar Brok los, prügelt auf ihn ein, beschimpft den Europaabgeordneten der CDU für die Region Ostwestfalen-Lippe wüst. Ihre Brüste zieren die Worte: "Ukraine is not a brothel" ("Die Ukraine ist kein Bordell"). Dokumentiert werden die Szenen von einer Videokamera. Der Clip kursiert seit Samstagvormittag im Internet.   Die Frau aus dem 53-sekündigen Film, Alexandra Shevchenko, ist Aktivistin der ukrainischen Frauenbewegung Femen. Die Gruppe wirft dem Vorsitzenden des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten aus Bielefeld vor, er hätte bei einer Ukraine-Reise im Dezember Prostituierte besucht und sich despektierlich gegenüber ukrainischen Frauen geäußert. Brok spricht gegenüber nw-news.de von einer "ganz gemeinen Falle" und weist die Vorwürfe der Feministinnen entschieden zurück. "Allein der Zeitplan meiner Reise in der Ukraine widerlegt die Geschichte", sagt er. Er sei gegen 9 Uhr in der Ukraine angekommen, habe sich mit Premierminister Mykola Asarow, dem deutschen Botschafter und Vertretern der inhaftierten ehemaligen ukrainischen Premierministerin Julia Timoschenko getroffen und sei abends weiter nach Tiflis geflogen. "Ich war von  der ersten bis zur letzten Minuten meines Aufenthalts in der Ukraine in Betreuung der Botschaft. Ein Kontakt zu Prostituierten war überhaupt nicht möglich", sagt Brok.  Inzwischen hat sich auch die Europäische Botschaft in der Ukraine eingeschaltet: "Die Vorwürfe gegen Herrn Brok sind falsch", heißt es in einer Presseerklärung. Brok sei vom Zeitpunkt seiner Ankunft aus Moskau bis zur Abreise nach Tiflis in Begleitung gewesen. Brok, der dieses Wochenende am Treffen der europäischen Außenminister im irischen Dublin teilnimmt, ist stinksauer. Gegenüber nw-news.de sprach er von "einem ganz bitteren Moment" für ihn und seine in Bielefeld lebende Familie." Auch, wenn die Vorwürfe durch die EU-Vertretung entkräftet sind, bleibt etwas haften", sagt er. Nicht die Nackt-Attacke an sich, vielmehr die erfundene Geschichte, die dahinter stehe, ärgere ihn. "Da muss man sich überlegen, ob man in solche Länder fährt und dort übernachtet", so Brok. Die Femen-Aktivistin Alexandra Shevchenko war am Samstagvormittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Mehr lesen Sie am Sonntag im ePaper der Neuen Westfälischen.

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