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Bielefeld "Ein unheimlich dummes Ei"

Kommentar zur "Pro-NRW"-Demonstration

VON JENS REICHENBACH
19.03.2013 | Stand 19.03.2013, 15:02 Uhr
Der zweite Vorsitzende von "Pro NRW" wurde von einem Ei getroffen und ging theatralisch zu Boden. - © FOTO: SARAH JONEK
Der zweite Vorsitzende von "Pro NRW" wurde von einem Ei getroffen und ging theatralisch zu Boden. | © FOTO: SARAH JONEK

Bielefeld. Die Auftritte der Rechten – wie der von Pro NRW gestern – erscheinen oft wie alberne Spielchen halbstarker Jungs. Erst genießen sie unter lautem Protest der breiten Gegenbewegung die kurze Zeit der Aufmerksamkeit, die ihnen sonst niemand gewährt. Und dann folgt der typische Gockellauf.

Einer von ihnen geht auf die Gegendemo zu, macht wegwerfende Handbewegungen oder hält den Daumen nach unten. So war es im Mai 2012 in Brackwede. Und so war es auch gestern vor dem Asylbewerberheim. Diesmal hatte die Provokation Erfolg: Ein Unbekannter, der das Spiel noch nicht kannte, warf sein rohes Ei, traf und eröffnete den Rechten damit genau das, was sie angesichts des Protests bis dahin nicht hatten: eine Bühne.

Während Helmut Kohl, Joschka Fischer und andere Eier- und Farbbeutelopfer Unmut oder Ärger zeigten, starb der wegen Körperverletzung vorbestrafte Pro-NRW-Mann gestern lieber den Märtyrertod und ließ sich fast ohnmächtig abtransportieren. Das Bielefelder Ei von gestern war sicher auch schmerzhaft, es war aber vor allem eines: unheimlich dumm.

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