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Bielefeld Die Titanic und der Stahl

Ägypter Fady Mamdouh gewann am Samstagabend den "FameLab"-Vorentscheid

VON THOMAS GÜNTTER UND BARBARA FRANKE (FOTOS)
04.03.2013 | Stand 03.03.2013, 20:45 Uhr
(von links) Saskia Oldenburg aus Hamburg, der Ägypter Fady Mamdouh aus Düsseldorf und Dennis Della Corte vom Forschungszentrum Jülich, der den Publikumspreis errang.
(von links) Saskia Oldenburg aus Hamburg, der Ägypter Fady Mamdouh aus Düsseldorf und Dennis Della Corte vom Forschungszentrum Jülich, der den Publikumspreis errang.

Bielefeld. Die Geschichte vom Untergang der Titanic muss neu geschrieben werden. Das schnelle Auseinanderbrechen des Schiffskörpers hatte 1912 seine Ursache im bröseligen Stahl. Das jedenfalls ist die These des Ägypters Fady Mamdouh (25). Am Samstagabend gewann er vor 400 Zuschauern im Bielefelder Ringlokschuppen den Vorentscheid des unterhaltsamen Wissenschaftswettbewerbs "FameLab".

Mamdouh hielt seinen Vortrag auf Englisch. Er arbeitet im Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf. Der diesjährige Wettbewerb war der Dritte. Alle Vorentscheide und danach die bundesweiten Wettbewerbe fanden im Bielefelder Ringlokschuppen statt.

Der zweite Preis ging an Saskia Oldenburg (27) von der Technischen Universität Hamburg-Harburg, die über Energiegewinnung aus Biomasse sprach. Mamdouh und Oldenburg sind damit für den Bundeswettbewerb am Samstag, 4. Mai, in Bielefeld qualifiziert. Der Publikumspreis ging an Dennis Della Corte (26) aus Düsseldorf, der im Forschungszentrum Jülich arbeitet. Sein Vortrag handelte von Medizinischer Physik.

Von den vier Bielefelder Teilnehmern erreichte am Samstag nur einer die zweite Runde: Der Mathematiker Dr. Dirk Frettlöh (43). Von seinem ersten Vortrag war die Jury derart begeistert, dass ihm der Juror und Schauspieler Niklas Herzberg vom Theater Bielefeld riet, umzuschulen und Kabarettist zu werden. Herzberg: "Das war so trocken wie Rüdiger Hoffmann." Worauf sein Jurykollege Professor Ipke Wachsmuth von der Technischen Fakultät protestierte: "Einspruch. Der Mann hat bei uns einen Lehrauftrag."
Im zweiten Vortrag konnte Frettlöh allerdings nicht an seinen Ersten, vom Unterhaltungsniveau her, anknüpfen und fiel zurück.

Die Regeln sind streng. Die acht Teilnehmer, darunter zwei Frauen, mussten drei Minuten vortragen. Dabei auf einer Fläche von einem Quadratmeter stehen und frei reden. Texte zum Ablesen und Power-Point-Präsentationen sind nicht gestattet. Erlaubt waren nur Requisiten, die die Teilnehmer am Leib tragen konnten. Fünf von den acht Teilnehmern kamen in die zweite Runde und mussten ein neues Thema behandeln.

Die Jury bewertete nach den Kriterien Korrektheit des Inhalts, Verständlichkeit und Unterhaltungswert. Eine Ampel zeigte die Zeit an. Nach zweieinhalb Minuten wurde sie gelb, nach drei Minuten rot. Dann quietschte Moderator Martin Knabenreich mit der Gummikuh "Crazy Daisy". In der Jury saßen die GEO-Redakteurin Hanne Tügel, Physik-Professor Axel Lorke von der Universität Duisburg-Essen, Ipke Wachsmuth und Niklas Herzberg.

Aus Bielefeld beteiligten sich noch der Biophysiker Sebastian Knust (24) und der Mathematiker Philipp Linke (27). Von der Universität Paderborn kam die Weißrussin Sofya Bylinovich (27), die ihren Vortrag ebenfalls in Englisch hielt.

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