Halb Bielefeld war gestern auf den Beinen, als die Schildescher ihre Eiswette einlösten. Erwachsene, Jugendlich und Kinder genossen das Eis auf dem Obersee und winterliche Landschaft. - © FOTO: BARBARA FRANKE
Halb Bielefeld war gestern auf den Beinen, als die Schildescher ihre Eiswette einlösten. Erwachsene, Jugendlich und Kinder genossen das Eis auf dem Obersee und winterliche Landschaft. | © FOTO: BARBARA FRANKE

BIELEFELD-SCHILDESCHE - UPDATE VIDEO Der Bilderbuch-Obersee

Sonniges Winterwetter machten die 14. Schildescher Eiswette zum großen Volksfest

VON THOMAS GÜNTTER UND BARBARA FRANKE (FOTOS)

Bielefeld-Schildesche. Heinz Flottmann sang aus voller Kehle: "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Eiswette nicht. Alles, alles, alles geht vorbei, doch ich glaub’, ich streu’." Für Astrid Brausch und Detlef Knabe brauchte er das nicht, denn die beiden tanzten als Pinguine über das Eis.

Das Wetter bei der 14. Schildescher Eiswette war phantastisch, klirrend kalt und herrlich sonnig. Die Massen kamen aus nah und fern, die Parkplätze und die Straßen rund um den Obersee waren brechend voll.

Um Punkt 13.05 Uhr startete der Tross vom Südufer des Sees. Er bestand aus Astrid Brausch, der Vorsitzenden der Werbe- und Interessengemeinschaft InSchildesche, Bezirksbürgermeister Detlef Knabe (SPD), Moderator und Sänger Heinz Flottmann und dem Musiker Dietmar Taube, der einen kleinen Verstärker hinter sich herzog. Außerdem Sina Beckmann (12), die als einzige auch im Pinguin-Kostüm gekommen war. Sie gewann den Publikumspreis: eine Eisbombe vom Seekrug.

Auf halber Strecke wagten Brausch und Knabe ein Tänzchen. Ohne Musik. Die konnten sich die Gäste denken: Schneewalzer. Das Tanzpaar trug ein schwarz weißes Kostüm, das mit einem kleinen Gebläse in Form gebracht wurde. Knabe, passionierter Motorradfahrer, trug unter anderem seinen Nierengurt unter dem Stoff. Derweil knackte das Eis gefährlich. Zart besaitete Seelen flüchteten auf das nahe Ufer.

Information

Dreimal zugefroren

  • Die Eiswette fand zum 14. Mal statt. 
  • Der See war zum dritten Mal zugefroren. 
  • Die amtlichen Eismesser registrierten eine Eisdicke von 14 Zentimetern.
  • An einer Uferstelle wurde ein Loch für die Vögel offen gelassen.
  • Seit der See ein reines Standgewässer ist, friert er leichter zu. Manche allerdings kamen dem Johannisbach gefährlich nahe.
  • Nur wenige hatten auf den zugefrorenen See gewettet. Im Januar war es zu warm.

Auf dem Eis tummelten sich Eishockeyspieler und sonstige Schlittschuhläufer, Rodler oder einfach nur Spaziergänger, viele mit Kindern, die das erste Mal auf Kufen standen. Wie zum Beispiel Mathilda Vagt (6), die mit ihrer Schwester Emma (10) und ihrer Mutter Karen und ihrer Tante Uta zum See kam. Am Samstag war Mathilda schon mal da: "Das macht echt Spaß."

Janne sowie die Zwillinge Leo und Luis (alle 13) hatten ihre Eishockeyschläger und einen Puck mitgebracht. Das Feld räumten sie mit einem Schneeschieber frei. "Sonst geht es nicht", sagte Janne fachmännisch, "auf Schnee kann man nicht laufen."

In der Nähe des Nordufers stand der Jöllenbecker Bezirksbürgermeister Jens-Julkowski Keppler (Grüne) auf dem Eis. Er trug ein Schild mit der Aufschrift: "Willkommen in Jöllenbeck". Sehr nett, aber der Schildescher Kollege musste ihn enttäuschen. "Wir haben die Grenzen unseres Stadtbezirks nicht verlassen" sagte Knabe, grinste und betrat flugs mit seinem Gefolge das Westufer.

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