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20 Lieder mit orientalischem Unterton und viel Humor zwischen den Zeilen haben Qusai Zureikat und Thorsten Wadowski (v. l.) schon eingespielt – und wollen diese nun auf ihre erste CD bringen. Sie nennen sich "Van Tute". - © FOTO: BARBARA FRANKE
20 Lieder mit orientalischem Unterton und viel Humor zwischen den Zeilen haben Qusai Zureikat und Thorsten Wadowski (v. l.) schon eingespielt – und wollen diese nun auf ihre erste CD bringen. Sie nennen sich "Van Tute". | © FOTO: BARBARA FRANKE

BIELEFELD Vom Orient im Kinderlied

Duo "Van Tute" hat Erfolg mit humorvoller, etwas anders klingender Musik

VON KURT EHMKE
05.11.2011

Bielefeld. Sie singen von rosa Unterhosen und komponieren Pups-Lieder sowie Wackelzahn-Songs. Ach ja, Geburtstage und Bären und Räuber sind auch dabei, wenn Qusai Zureikat und Thorsten Wadowski für Kinder musizieren. Das Duo "Van Tute" ist dabei erfolgreich: Beim WDR 5 "Lilipuz – Radio für Kinder" belegten sie mit verschiedenen Liedern immer wieder Top-Plätze in der HörerHitparade. Und siegten beim Unicef-Kinderliederwettbewerb – gemeinsam mit elf anderen Bands, darunter die Bielefelder Kollegen von Randale.

Kommt Randale rockig daher, schwappt bei "Van Tute" der Orient mit rein in die Lieder vom Pupen und Räubern. Kein Wunder, ist Qusai Zureikat auch Jordanier, der seit fast 20 Jahren in Bielefeld lebt und ein eigenes Tonstudio an der Jöllenbecker Straße betreibt. "2009 hatten wir die Idee, es doch mal mit deutscharabischen Kinderliedern zu versuchen", sagt Wadowski, "es wurden dann daraus orientalische Kinderlieder."

Ihre vermeintlich naheliegenden Rollen aber haben die beiden nicht zwingend eingehalten: "Wenn ich ehrlich sein soll, kommen die arabischen Elemente eher von mir und die deutschen eher von Qusai Zureikat", sagt Wadowski. Mann ergänzt sich. "Qusai konnte sich das am Anfang nicht so richtig vorstellen, jetzt aber bringt er das Arabische auch gerne mit ein."

Text deutsch, Rest eine bunte Mischung aus diversen Instrumenten und Klängen. So etwa ist die Musik zusammenzufassen – und immer dabei ist humorvoller Unterton, ein akustisches Augenzwinkern, das jeder, der es hören will, hören kann, auch Erwachsene. Wadowski, Diplom-Pädagoge im offenen Ganztag einer Grundschule in Oerlinghausen hat selbst zwei Mädels, fünf und acht Jahre alt – und damit die perfekten Testhörer und Ideengeber. "Was die dazu sagen, nehme ich ernst; zum Glück aber gefällt ihnen fast alles."

Er als Pädagoge will in den Liedern alles, nur nicht pädagogisch besonders wertvoll sein: "Kinderlieder sollten ein bisschen verwegen sein, etwas frech, sie leben vom leichten Tabubruch." Zureikat und Wadowski finden, dass Kinder nicht sofort spüren sollten, dass Erwachsene für Kinder geschrieben haben – und so ist bei ihnen auch nicht Rolf Zuckowski das große Vorbild; dagegen kann Wadowski mit Randale viel anfangen: "Ich bin zwar kein Rocker, aber die Texte von Randale sind einfach klasse."

Die eigene Note gibt der Musik das Interkulturelle; "unser Ziel ist Weltmusik für Kinder". Zureikat ist dafür genau der Richtige, er, der in den USA lebte und für Jordanien in den 80ern mal bei einer Art Arabien-Asien-Song-Contest für sein Land starten durfte – "er ist ein großer Könner und außerdem kann er wunderbar clownesk sein", sagt Wadowski. Tabla-Trommeln und viele Saiteninstrumente sowie ein stark betonter Rhythmus geben den Liedern ihre eigene Note.

Damit Kinder aber nicht immer nur am Radiogerät auf Lieder wie "Die Gemüsepolizei", "Gummibärlied" und "Das Dromedar" warten müssen, haben sich die beiden Musiker jetzt mit einer Autorin und einem Verlag zusammengesetzt – Ziel: "Wir wollen nächstes Jahr eine CD und ein Begleitheft voller Märchen herausbringen", sagt Wadowski. Frühling, Sommer, so das Ziel. Konzerte gibt es in nächster Zeit nicht, wer die Lieder hören will, muss surfen gehen:www.myspace.com/vantute