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BIELEFELD Bunker in bester Lage

Neustädter Straße: Investor steckt 3,5 Millionen Euro in Umbau zu Wohnungen

VON UWE POLLMEIER
11.06.2011 | Stand 10.06.2011, 21:15 Uhr

Bielefeld. Fensterlose Wohnungen mit zwei Meter dicken Wänden sparen zwar Energie, fördern aber auch Depressionen. Keine Chance also, eine Immobilie wie etwa den Bunker an der Neustädter Straße in der jetzigen Form zu nutzen. Aus der tollen Altstadtlage lässt sich aber etwas machen, sagte sich auch die Gütersloher Firma "G eins". Sie kaufte die Immobilie und plant nun einen dreigeschossigen Neubau.


"Solch ein Gebäude ist eine besondere Herausforderung", sagt der Gütersloher Architekt Walter Hauer. Als Geschäftsführer von "G eins" ist er zudem Bauträger und Investor des Projekts. Den genauen Kaufpreis, mit dem er sich gegen 25 weitere Angebote durchsetzte, möchte er nicht verraten. Er lege jedoch deutlich im sechsstelligen Bereich.

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Von Klein bis Groß

Das neue Gebäude wird mit 12,50 Meter drei Meter höher sein als der Bunker.

Auf drei Ebenen entstehen zwölf Mietwohnungen (45 bis 160 Quadratmeter). Aus einigen wird man direkt auf die Sparrenburg blicken können.

Zu jeder Wohnung gehören ein Garagenplatz, ein Kellerraum sowie Balkon oder Terrasse.

Einen Großteil der Gesamtinvestitionskosten von 3,5 Millionen verschlingen die Abbruch- und Betonschneidearbeiten. "Es war uns jedoch wichtig, Teile des alten Gebäudes zu erhalten", sagt Hauer. Nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vielmehr als Zeichen des Respekts vor dem geschichtsträchtigen Gebäude aus dem Jahr 1942. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich um einen militärischen Bau gehandelt habe. Daher werde man auch die Geschichte des Hochbunkers nach Abschluss der Bauarbeiten durch eine Info-Tafel im oder am Gebäude dokumentieren. "Die Bunkerfunktion wird auch zukünftig ablesbar sein."

Deutlich sichtbar sein wird die Kombination aus historischer und moderner Architektur von Seiten der Neustädter Straße. Hier bleibt die einer spätrömischen Tempelarchitektur gleichenden Fassade erhalten. Sie wird lediglich durch zwei große Fenster aufgebrochen. In dem Gebäude mit einer Wohnnutzfläche von 1.300 Quadratmetern entstehen im 1. bis 3. Obergeschoss zwölf barrierefreie Wohnungen, ein Ladenlokal (100 Quadratmeter im Erdgeschoss, zusätzliche 80 Quadratmeter im Keller) und ebenerdige Parkplätze.

Schon jetzt sind alle Wohnungen verkauft. Anfang 2013 werden sie als Mietwohnungen zur Verfügung stehen. Der Beginnen der einjährigen Bauarbeiten ist für Anfang 2012 geplant. "Ehrlich gesagt werden das unangenehme Wochen für die Nachbarn", weist Hauer auf den zu erwartenden Lärm und Staub hin.

Der Bauantrag ist bereits gestellt und die Bezirksregierung Mitte hat schon mitgeteilt, dass sie das Vorhaben begrüße. Hauer rechnet daher in den kommenden Monaten fest mit einer Genehmigung.

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