BIELEFELD Eine Stimme für die Subkultur

Neue Initiative fordert Angebote abseits der Masse

VON BABETT JAHN
Helge Neuhaus, Sophie Langer, Julia Korf und Hendrik Wortmann (v.l.) protestieren gegen die Schließung des JZ Kamp als Kulturstandort. - © FOTO: BABETT JAHN
Helge Neuhaus, Sophie Langer, Julia Korf und Hendrik Wortmann (v.l.) protestieren gegen die Schließung des JZ Kamp als Kulturstandort. | © FOTO: BABETT JAHN

Bielefeld. Sie fordern mehr Vielfalt im Kulturbereich, haben dem schwindenden Raumangebot für nicht kommerzielle Veranstaltungen den Kampf angesagt: Vor vier Wochen hat ein kleines Grüppchen Musikinteressierter die "Initiative Bielefelder Subkultur" gegründet. Inzwischen hat ihre Gruppe beim Online-Netzwerk Facebook mehr als 1.600 Mitglieder. Am Samstag, 24. Juli, tritt die Initiative mit einer Demonstration erstmals an die Öffentlichkeit.

"Es ist wichtig, dass die Leute begreifen, dass etwas passieren muss in dieser Stadt", sagt Hendrik Wortmann, einer der Mitbegründer. Lange schon hätten viele Studenten, Musiker, Veranstalter und DJs mit Sorge beobachtet, wie immer mehr alternative Szenelokale verschwunden seien. "Als jetzt der Nutzungsvertrag des Kulturkombinat Kamp für das JZ Kamp nicht verlängert wurde, mussten wir etwas tun", sagt Wortmann.

Mit der Gründung ihrer Initiative haben die Veranstalter Kristin Nierodzik, Martin Vetter und Julian Merten, der DJ Helge Neuhaus, der ehemalige Leiter des Musikressorts des Campus-Radios Hertz 87.9, Matthias Frick, und Hendrik Wortmann eine Lawine der Unterstützung losgetreten. "Wir sind mit Hilfsangeboten und positiver Resonanz quasi überrannt worden", sagt Wortmann.

Aus Sicht der Initiative werden in Bielefeld junge, überdurchschnittlich gebildete Erwachsene mit einem Interesse an nicht kommerzieller (Musik-)Kultur mit dem bestehenden Angebot schlichtweg nicht bedient. "Dabei umfasst diese Zielgruppe eine Menge junger Menschen", sagt der 35-Jährige, "sie einfach außen vor zu lassen, ist ein Armutszeugnis für den Hochschulstandort Bielefeld."

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben Vertreter der "Initiative Bielefelder Subkultur" bereits das Gespräch mit Sozialdezernent Tim Kähler und Kulturdezernent Udo Witthaus gesucht: "Wir sind aber nicht so naiv, zu glauben, dass die Stadt nur auf uns gewartet hat." Deshalb packen die Mitglieder lieber selbst an. "Alles, was wir brauchen, sind Räume. Die Veranstaltungen können wir selbst auf die Beine stellen", sagt Studentin Julia Korf.

Den Anfang macht die Initiative mit einer Demo am Samstag. Dann ziehen die Förderer der Subkultur ab 17 Uhr vom Emil-Gross-Platz zum Jahnplatz. Mit dabei: die Bands "The Astronauts" und "The Von Duesz", und der Rapper "Architekt aka MC Zuhälter". Im Anschluss darf auf Solidaritätsparties weitergefeiert werden. Mehr Infos gibt’s im Netz unter www.bielefeldersubkultur.blogspot.com

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