Bielefeld Jüdische Gemeinde: Prozess verschoben

Verhandlung gegen Vorstand nun am 20. September

VON PETER JOHNSEN UND ARNO LEY

Bielefeld. Im Strafverfahren gegen die Vorstandsmitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, Irith Michelsohn (56) und Paul Adam (51), ist der für kommenden Freitag vorgesehene Prozessbeginn verschoben worden. Grund: Zwei wichtige Zeugen können zum Termin nicht erscheinen und auch einer der Verteidiger sowie Staatsanwältin Miriam Golik als Verfasserin der Anklageschrift sind dann unabkömmlich.

Amtsrichter Ralf Stoffregen will nun am Montag, 20. September, mit Fortsetzungen am 27. September und 4. Oktober, jeweils um 9.30 Uhr, verhandeln.

Wie berichtet, wirft die Staatsanwältin Michelsohn und Adam gemeinschaftliche Untreue vor. 19 Taten soll die selbstständige Kauffrau, 18 der Musiker in der Zeit vom 19. Januar 2006 bis zum 30. November 2007 begangen haben. Die Veruntreuungen zu Lasten der Gemeinde sollen darin bestanden haben, dass sich die Angeklagten im genannten Zeitraum eine Art von Aufwandsentschädigung – durchschnittlich etwa 500 Euro pro Monat – genehmigten und das Geld auf ihre Konten transferierten, ohne dazu berechtigt gewesen zu sein. Michelsohn soll auf diese Weise 12.470 Euro, Adam 11.400 Euro zu Unrecht erlangt haben.

Die Angeklagten behaupten, die Entnahmen seien ihnen von der dazu berechtigten Stelle gestattet worden. Strafanzeige gegen Michelsohn und Adam hatten deren Opponenten Mark Mazur und Anna Petrowskaja erstattet, die davon ausgehen, die Wahlen zur Gemeindevertretung am 17. Februar 2008 gewonnen zu haben. Ein weiterer Kritiker hat inzwischen die Gemeinde verlassen. Alois Samuel Wasser, 2009 von Michelsohn zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts der Gemeinde berufen, hatte dieses Amt aus Empörung über den Verlauf einer Gemeindeversammlung im Mai niedergelegt. Jetzt hat er auch seinen Austritt erklärt.
     

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