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Die DansArt-Chefs Tchekpo Dan (links) und Ulla Agbetou freuen sich auf ihr Festival "Biennale Passages", bei dem zum 9. Mal internationale Ensembles zusammen kommen. - © Peter Unger
Die DansArt-Chefs Tchekpo Dan (links) und Ulla Agbetou freuen sich auf ihr Festival "Biennale Passages", bei dem zum 9. Mal internationale Ensembles zusammen kommen. | © Peter Unger

Tanz-Biennale Afrika zu Gast: Bielefelder Tanzfestival lädt zum Mitmachen ein

"Passages“ läuft vom 10. bis 13. November im DansArt-Theater. Der Veranstalter berichtet, wie schwierig es zuweilen ist, die Gäste aus Afrika ins Land zu holen.

Heike Krüger
06.11.2022 , 02:00 Uhr

Bielefeld. Die Agbetous sind gut vernetzt. Das beweisen die Leiter des DansArt-Tanzcenters in der Bielefelder Altstadt seit jeher mit ihren eigenen Festivals. Nicht zuletzt aber auch im Hinblick auf das jährliche Bielefelder Tanzfestival, das sie künstlerisch leiten – Bielefeld profitiert von ihren weitreichenden Kontakten in der internationalen Tanzszene.

Nachdem die „Biennale Passages“ 2020, die afrikanisches Tanzschaffen in den Fokus stellt, aus Pandemiegründen abgesagt werden musste, ist es nun wieder soweit: Vom 10. bis 13. November kommen Tänzerinnen und Tänzer aus Uganda, dem Senegal, Mali, der Elfenbeinküste (und Frankreich), Togo (und Brasilien) und Benin zum neunten Mal, um Ungewöhnliches, Exotisches, Buntes und kulturell Aufschlussreiches auf die Bühne des DansArt-Theaters zu bringen.

Workshops zum afrikanischen Tanz am 12. und 13. November, die Foto-Ausstellung „Innenwelten“ mit Bildern von Beate Steil (10. bis 17. November) sowie eine After-Performance als fröhliches „Get together“ mit DJ Luis Paulino (Dominikanische Republik) am Samstag, 12. November, runden das Programm ab.

Afrika zu Gast

Das hauseigene Festival ist ein Spezialfall: Hier lädt das Ehepaar alle zwei Jahre Tänzerinnen und Tänzer aus verschiedenen Teilen Afrikas nach Bielefeld ein. Da kommt es nicht nur auf gute Kontakte in der Szene an – offensichtlich hilft auch ein gutes Einvernehmen mit den jeweiligen Landes-Behörden, die Künstler außer Landes zu bekommen.

Gute Behördenkontakte

Dan Agbetou kann Geschichten erzählen über seine Anstrengungen, afrikanische Botschaften davon zu überzeugen, ihren oft auch national erfolgreichen Tanzensembles das Visum für die Reise nach Deutschland auszustellen. Gerade erst geschehen mit der Cie. Dumanlé von der Elfenbeinküste. „Manchmal haben die Behörden Sorge, dass es ihren Künstlern so gut bei uns in Deutschland gefällt, dass sie nicht zurückkehren“, schildert der DansArt-Leiter.

Diese Sorge müsse er regelmäßig zerstreuen: „Wir wollen unseren Zuschauern die Tanztraditionen des afrikanischen Kontinents präsentieren, die Tänzer verstehen sich als Botschafter ihrer Länder. Sie haben eine hohe Motivation, mit neuen Inspirationen nach Hause zu fahren und weiter an der kulturellen Entwicklung ihrer Heimat zu arbeiten.“ Der Name DansArt hat in den Botschaften afrikanischer Länder offenbar einen guten Klang. Die Visa wurden erteilt.

Pandemiesichere Luftfilter

Dass sie in diesem Herbst wieder mit einer Biennale auftrumpfen könne, freut Ulla und Tchekpo Dan sehr. Finanzielle Förderung gibt es vom NRW-Kulturministerium, vom Kulturamt Bielefeld und dem eigenen Förderverein. Den Rest sichern private Mittel und Eintrittsgelder. „Wir hoffen, dass die Leute kommen. Die Künstler sind immerhin Tausende von Kilometern geflogen, um hier performen zu können“, appelliert Ulla Agbetou an allzu Zögerliche. Zuletzt mussten auch Bielefelder Veranstalter feststellen, dass das Publikum nur zögerlich zurückkehrt in die Hallen und Theater. Agbetous verweisen darauf, dass sie bereits 2021 unter den ersten privaten Theatern in NRW waren, die eine „pandemiegerechte Lüftungsanlage“ eingebaut hatten.

Das Programm

Zur Eröffnung am Donnerstag, 10. November, ab 20 Uhr, erwartet die Gäste eine Solo-Performance von Pirimo Hamza (Uganda), ein Solo von Fatou Cissé (Senegal), das Duo Cie. Karadoum (Mali) und die Cie. Ateka (Elfenbeinküste). Eine Begegnung mit einer Arbeit der Künstlerin Elisabeth Masé, die das künstlerische Konzept und die Kostüme für das Tanzstück „Le Manteau“ der Tchekpo Dance Company verantwortet, gibt es am Samstag, 12. November. Alle weiteren Termine und Ensembles finden sich auf www.dansart.de und im Flyer, der an vielen Stellen ausliegt.

  • Tickets und Anmeldungen zu den Workshops sind erhältlich bei DansArt Tanznetworks, Am Bach 11, Telefon: (05 21) 17 56 56, oder in der Touristinfo am Neuen Rathaus, Tel. (05 21) 51-69 99. Es gibt eine Festivalkarte und Einzeltickets, Einzeltickets auch an der Abendkasse.

Urban-Stylez-Festival in Nahariya

Der Bielefelder Kulturpreisträger Dhélé Agbetou, Sohn der DansArt-Leiter,hat das Tanzturnier „Urban Stylez“ in Bielefelds Partnerstadt Nahariya exportiert.Sechs Tage lang fanden rund 50 Workshops mit internationalen Dozentinnen undDozenten statt. Mit dabei: Tänzerinnen und Tänzer aus Bielefeld. Das Festival„Urban Stylez Israel“ ist eine Kooperation der Partnerstädte Bielefeld und Nahariya.Gemeinsam mit Olaf Selonke, Referent für internationale Angelegenheiten beimBielefelder OB, sei Dhélé Agbetou damit ein guter Aufschlag als BielefelderBotschafter des Urban Dance in der Partnerstadt gelungen, heißt es vonseitender Stadt. (krü)

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