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Die Feuerwehr aus Höxter am Fundort der Leiche in der Weser. - © FW Höxter
Die Feuerwehr aus Höxter am Fundort der Leiche in der Weser. | © FW Höxter

Polizei-Einsatz Vermisster Bielefelder tot aufgefunden

Vier Tage suchen Beamte in Bielefeld vergeblich nach einem 78-jährigen Mann. Knapp 90 Kilometer entfernt findet ein Angler dann seine Leiche.

Stefan Becker
06.10.2022 , 02:00 Uhr

Bielefeld. Am vergangene Freitag, 30. September, gab die Polizei Bielefeld wieder eine Öffentlichkeitsfahndung nach einem Senior aus: Mit einem Foto suchte die Behörde diesmal nach dem 78-jährigen Bewohner eines Seniorenheims in Sieker. Laut der Polizei hatten die Mitarbeiter eines Seniorenzentrums den Mann namens Mongi N. zuletzt gegen Mittag im Bereich der beiden das Haus begrenzenden Straßen gesehen. Drei Stunden später wurde die Suche nach dem demenzkranken Mann öffentlich, denn er galt als orientierungslos.

Ursprünglich habe der Mann in Gütersloh gelebt und sei erst vor Kurzem nach Bielefeld gezogen, hieß es von Seiten der Polizei, deswegen besitze er keine Bezugspunkte zur Stadt. Und tatsächlich muss er sie verlassen haben, denn fünf Tage später klärte sich sein tragisches Schicksal: Ein Angler in Höxter hatte am Montagmorgen eine Leiche nahe des Weser-Ufers entdeckt und die Polizei alarmiert. Da die Beamten die Identität des Mannes nicht klären konnten, machte sie den Fund öffentlich und bat um Hinweise aus der Bevölkerung zur Identifizierung des Unbekannten, dessen Alter allerdings deutlich jünger geschätzt wurde.

Dass die Beschreibung der Kleidung mit den Angaben aus der Suchmeldung in Bielefeld übereinstimmte, hatte zu dem Zeitpunkt noch niemand bemerkt. Möglicherweise wegen der stark differierenden Altersangaben. Doch schon eine Tag später bestand Gewissheit: Bei dem Ertrunkenen, die Polizei hatte Fremdeinwirkungen als Todesuresache ausgeschlossen, handelte es sich um den vermissten Altenheimbewohner aus Bielefeld. Angehörige hatten den Verstorbenen identifiziert, wie die Polizei in Höxter am Mittwoch mitteilte. Zwischen dem letzten Wohnort und dem Fundort der Leiche besteht eine Distanz von rund 90 Kilometern.

Beide Polizeibehörden bedankten sich noch für die Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Identifizierung des Mannes beigetragen hätten. Allerdings gab es noch keine Informationen darüber, wie der vermisste Mann an oder ins Wasser gekommen ist.

Mit Mongi N. ist innerhalb weniger Monate bereits der dritte an Demenz erkrankte Senior aus einem Bielefelder Altenheim verschwunden und später tot aufgefunden worden. Erst am 26. September hatte die Polizei den Fund der Leiche von Margret N. gemeldet. Die Polizei hatte 14 Tage nach der 84-Jährigen gesucht. Sie war am Sonntag, 11. September, zum letzten Mal in ihrem Altenheim in der Rheinallee in Sennestadt gesehen worden.

Bereits einen Monat zuvor hatte es ebenfalls in Sennestadt eine ähnlich traurige Meldung durch die Polizei gegeben: Anfang Juli war der 85-jährige Gerhard P. aus derselben Senioreneinrichtung verschwunden wie einen Monat später Margret N. Und auch er wurde rund einen Monat später tot aufgefunden, nur zwei Kilometer entfernt von seiner letzten Heimstätte.

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