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Heftiger Streit um eine neue Reitsportanlage in Bielefeld. - © Andreas Frücht
Heftiger Streit um eine neue Reitsportanlage in Bielefeld. | © Andreas Frücht

Neuer Reitstall Baustopp für Bielefelder Reitanlage von Hagedorn: BUND fordert kompletten Rückbau

Der BUND fordert in einem offenen Brief an den Rat und die Stadt Bielefeld, das Gerichtsurteil aus Minden zum Baustopp zu beachten und kritisiert vermutete Absprachen von Kommune und Antragstellerin.

05.01.2022 | Stand 05.01.2022, 13:34 Uhr

Bielefeld. Im Konflikt über die Hagedorn-Reitsportanlage wendet sich jetzt der Umweltverband BUND in einem Offenen Brief an den Rat der Stadt und den Oberbürgermeister. Er fordert darin die Stadt auf, „die rechtswidrige Baugenehmigung zurück zu nehmen und den Rückbau der begonnen Bauten anzuordnen". Das Verwaltungsgericht Minden hatte dem Eilantrag des BUND NRW gegen die Baugenehmigung zum Bau der „SL Riding Ranch" von Barbara Hagedorn entsprochen.

Sowohl die Stadt als Beklagte als auch Hagedorn als Beigeladene hätten auf Rechtsmittel verzichtet. „Damit ist dieser Beschluss jetzt rechtskräftig, und eine Rücknahme der Baugenehmigung eine logische Konsequenz", so Jürgen Birtsch vom BUND-Vorstand. Der Verzicht auf Rechtsmittel sei offenbar zwischen Stadt und Hagedorn abgestimmt worden, mutmaßt der BUND. Man wolle jetzt gemeinsam die Antragsunterlagen „nachbessern", mit einer neuen Betriebsbeschreibung und einem überarbeiteten Wirtschaftlichkeitsgutachten.

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„Wir als Naturschutzverband sehen darin den erneuten Versuch, einen privilegierten Landwirtschaftsbetrieb vorzutäuschen und das Bau- und Naturschutzrecht so auszuhebeln", so Adalbert Niemeyer-Lüllwitz für den BUND. „Dass hier offenbar eine Genehmigungsbehörde Hand in Hand mit einer finanzstarken Antragstellerin versucht, den Weg für ein rechtswidriges Bauvorhaben zu ebnen, ist für uns inakzeptabel".

Für den BUND handelt es sich bei der Anlage um nicht um einen landwirtschaftlichen Betrieb, sondern um eine Freizeit-Pferdesportanlage. Der Bau solcher Anlagen sei in Landschaftsschutzgebieten verboten. Auch eine Überarbeitung des Bauantrages könne daran nichts ändern. Der BUND geht davon aus, dass eine überarbeitete Baugenehmigung einer juristischen Überprüfung nicht standhalten werde.

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