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30 Meter lang ist der Tieflader, der für den Transport benötigt wird. - © Wolfgang Rudolf
30 Meter lang ist der Tieflader, der für den Transport benötigt wird. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Tonnenschwerer Koloss muss per Spezialtransport Bielefelds Sparrenberg hinauf

Einen ganzen Tag dauerte es, ehe der neue Transformator an seiner endgültigen Stelle stand. In gut zwei Wochen soll er ans Netz gehen und kann dann mehr als 15.000 Haushalte versorgen. Bei der Anlieferung galt es eine Hürde zu überwinden.

Mareike Köstermeyer
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 17:18 Uhr

Bielefeld. Der Stromversorgungsbezirk Sparrenberg hat einen neuen Trafo bekommen. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde der 65 Tonnen schwere Transformator kurz vor Mitternacht in der Burgstraße angeliefert - keine leichte Prozedur. Bereits vergangene Woche war der alte Trafo, der stolze 54 Jahre die Stromversorgung in Bielefeld mitsicherte, abtransportiert worden. Seitdem wurden Teile der Altstadt und die Wohnhäuser entlang der Artur-Ladebeck-Straße, sowie Teile von Gadderbaum und der Detmolder Straße mit einer Art Reserveversorgung aus dem Umspannwerk am Zwinger mitversorgt. Zwei Jahre dauerte die Planung des Projekts Trafo-Erneuerung Dies wird auch vorerst so bleiben, denn die elektrische Inbetriebnahme des neuen Trafos sei erst für den 18. Dezember geplant, wie Dennis Balzer, Stadtwerke-Projektleiter aus dem Bereich Anlagenplanung Elektrizität, sagte. Zusammen mit Peter Offers hat er in den vergangenen zwei Jahren die Koordination für das Projekt der Erneuerung des Trafos am Umspannwerk Sparrenberg übernommen. "Der alte Transformator war aus dem Jahr 1965, da war es nun an der Zeit ihn auszutauschen", sagte Balzer. Solche Geräte seien zwar durchaus langlebig, doch nun müsse der in die Jahre gekommene Trafo ersetzt werden, um keine unvorhergesehene Störung zu riskieren, fügte Offers hinzu. In zwei Nacht-Etappen nach Bielefeld Der neue Trafo stammt aus Regensburg von der Firma Starkstrom Gerätebau. 480.000 Euro hat er gekostet und wurde mit einem 30 Meter langen Tieflader mit zwölf Achsen in zwei Nacht-Etappen vom Speditionsunternehmen Schwandner nach Bielefeld gefahren. Um mit dem insgesamt 170 Tonnen schweren Gespann überhaupt in die Burgstraße zu gelangen, musste die Kreuzstraße für kurze Zeit gesperrt werden. Danach ging es vorwärts die steile Burgstraße hinauf und dann rückwärts in die Stichstraße zum Umspannwerk - für den LKW-Fahrer Peter Teyssler eigentlich kein Problem, doch ein Auto, das im absoluten Halteverbot stand, musste vorher noch abgeschleppt werden. "Die Polizei hat noch versucht den Besitzer in den umliegenden Wohnhäusern ausfindig zu machen, aber ohne Erfolg, also wurde der PKW abgeschleppt", sagte Nils Neusel-Lange, der Geschäftsbereichsleiter Netze der Stadtwerke Bielefeld. Der Trafo spannt 100.000 Volt auf 10.000 Volt um Am nächsten Morgen wurde das schwere Gerät dann vom Tieflader auf einen sogenannten Selbstfahrer geladen, der den Trafo bis zur Trafobox brachte, bevor er dann auf einer Schienenkonstruktion in seine endgültige Position gebracht wurde. Von dort wird er in Zukunft die vom Umspannwerk Ost kommenden 100.000 Volt in 10.000 Volt umspannen und sie an die Stromversorgungsstellen in der Stadt weitergeben und rund 15.500 Haushalte oder 120 mittlere Gewerbe- und Industriebetriebe mit Strom versorgen. Der alte Trafo wurde bereits abtransportiert und wird nun von einem Fachentsorger in seine Einzelteile zerlegt, um wertvolle Rohstoffe wie Kupfer wiederzuverwerten.

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