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Zum Tode verurteilt: die Bielefelder Mufflons. - © Ludger Büskens
Zum Tode verurteilt: die Bielefelder Mufflons. | © Ludger Büskens

Bielefeld Gericht verurteilt komplette Bielefelder Muffelwild-Herde zum Tode

Der Klasingschen Familienstiftung wird im Rechtsstreit mit der Stadt Bielefeld Recht gegeben - die von den zwölf Wildschafen verursachten Schäden seien zu groß

Kurt Ehmke
10.11.2019 | Stand 10.11.2019, 08:20 Uhr

Bielefeld/Münster. Das OVG Münster hat entschieden: Nach viereinhalb Jahren, die auf das Urteil gewartet wurde, ist am Freitag um 16 Uhr entschieden worden, dass die zwölf Mufflons abgeschossen werden. Mufflons leben seit mehr als 50 Jahren rund um den Fernsehturm, teilweise war die Herde mehr als 30 Tiere stark. Die Stadt Bielefeld als "Untere Jagdbehörde" muss sich nun mit dem in den kommenden Tagen eingehenden schriftlichen Urteil auseinandersetzen und es - wenn nicht weitere Rechtsmittel gefunden werden - umsetzen. Die anderen von den Mufflons betroffenen Waldbesitzer hatten sich, wie die Stadt, bis zuletzt vehement für die kleine Herde der reinrassigen Tiere eingesetzt, vergeblich. Wann geschossen wird, ist noch offen Ob noch dieses Jahr der Abschuss erfolgt, darf bezweifelt werden, ist aber möglich. Zudem gibt es laut OVG noch die Möglichkeit, sich vom Abschussplan von 2012 und dem Abschuss zu lösen, wenn es gelinge, die Schäden zu verringern - oder die Situation anders als 2012 bewertet werden könne, so das Gericht. Allerdings schließen Experten aus, dass einzelne Bäume geschützt werden könnten - und auch die Umsiedlung wird als unmöglich beschrieben, da die Tiere immer wieder zurück wollten in ihr angestammtes Revier. Enttäuscht Waldbesitzer und Muffelringvorsitzender Mark Meyer zu Bentrup reagierte enttäuscht, er war vor Ort und schilderte, dass sich das Gericht am Gutachten orientiert habe, dass der Klasingschen Familienstiftung jährlich Schäden in Höhe von 5.000 Euro bestätigt hatte. Sowohl die Stadt als auch die weiteren Waldbesitzer bezweifeln das und setzen den Artenschutz und die Artenvielfalt höher an. Doch das Gericht entschied anders. Von der Stadt war bisher keine Reaktion zu bekommen.

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