0
Bei Arbeiten an der Bielefeld Schloßhofstraße ist Asbest freigelegt worden. - © Mike-Dennis Müller
Bei Arbeiten an der Bielefeld Schloßhofstraße ist Asbest freigelegt worden. | © Mike-Dennis Müller

Bielefeld Anwohner in Sorge: Asbest-Fund bei Bauarbeiten im Bielefelder Westen

Schloßhofstraße: Anwohner besorgt, dass Schadstoffe freigesetzt werden. Amt für Verkehr: Kein Einzelfall, aber Auflagen beim Arbeitsschutz

Joachim Uthmann
08.11.2019 | Stand 08.11.2019, 11:23 Uhr

Bielefeld. Die große Baustelle auf der Schloßhofstraße stört die Anwohner seit Monaten. Sie kämpfen mit aufgerissener Straße, Lärm und Schmutz vor ihrer Tür. Jetzt sind einige besonders besorgt. In Höhe der Jakob-Kaiser-Straße wird Asphalt eher vorsichtig abgetragen - und in weiße Säcke gefüllt. Der Grund: Asbest. Der faserhaltige Schadstoff sitzt auf einem kurzen Abschnitt der Schloßhofstraße, die zwischen Voltmann- und Melanchthonstraße in drei Abschnitten für 4,7 Millionen Euro saniert wird, im Belag. Das haben Proben ergeben, bestätigt Jörg Lichtenberg von der Bauvorbereitung im Amt für Verkehr. Das bedeute: Er müsse speziell entsorgt werden. Teuer als Sonderabfall. "Was für ein Aufwand?" Die Anlieger wundern sich, dass nicht großflächig abgefräßt und geschreddert wird. "Stück für Stück wird er entfernt." Dann werde er in große weiße Säcke geladen und verschwinde in Containern. Roland Bielisch: "Was für ein Aufwand. Und es dauert, bis wieder ein Lkw kommt, um das Material abzufahren." Der Verdacht auf Asbest beunruhigt die Bürger. Lichtenberg versucht aber zu beruhigen: Der Asbest sei gebunden im Belag. Solange er liege, würden die Fasern nicht frei gesetzt. Aber wenn man ihn entferne, könne er nicht mehr wieder verwertet oder einfach auf eine Bauschuttdeponie gebracht werden. Für die Umgebung bedeute er aber keine Gefahr, weil die Fasern nicht herumfliegen würden. Auflagen bei Arbeitsschutz Aber: Es gibt Auflagen für den Arbeitsschutz und die Entsorgung, bestätigt Birgit Weinhold vom Straßen- und Gleisbau im Amt für Verkehr. Das Fräsgut müsse in geschlossenen Behältern wie Säcken transportiert werden und zur Sonderdeponie. Das werde im Fall Schloßhofstraße so gemacht. Der Fund sei auch kein Einzelfall, erklärt Lichtenberg. Bis Anfang der 1970er-Jahre habe man besonders belastete Straßenabschnitte mit Asphalt gebaut, der mit Asbest stabilisiert worden sei. Der Grund: Damals waren bei Autoreifen Spikes erlaubt und üblich. Die schädigten die Fahrbahnen. Spikes in Autoreifen als Auslöser In den 1970er-Jahren wurde die Schadstoffgefahr durch Asbest langsam bekannt, bald schränkte man den Gebrauch ein, Anfang der 1990er-Jahre wurde er verboten. "Trotzdem stoßen wir immer mal wieder darauf", sagt der Teamleiter. Er schätzt, dass es in den letzten zehn, 15 Jahren gut zwei Dutzend Fälle in Bielefeld gab. Wichtig sei, dass das Material ordnungsgemäß entsorgt werde.

realisiert durch evolver group