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Besuchergedränge: Tausende füllen die Festmeile am Wochenende auf dem Brackweder Glückstalertagen. Die Glütata locken mit Kirmes inklusive kunterbunter Fahrgeschäfte, aber auch mit mitreißender Musik, Aktionen und allerlei Leckereien. - © DENNIS ANGENENDT - 2019
Besuchergedränge: Tausende füllen die Festmeile am Wochenende auf dem Brackweder Glückstalertagen. Die Glütata locken mit Kirmes inklusive kunterbunter Fahrgeschäfte, aber auch mit mitreißender Musik, Aktionen und allerlei Leckereien. | © DENNIS ANGENENDT - 2019

Bielefeld Glückstalertage beenden erfolgreich Bielefelder Stadtteilfest-Saison

Auf der Brackweder Festmeile drängen sich Tausende Besucher. Von der klassischen Kirmes bis zu mitreißenden Konzerten gibt es viel zu erleben. Und die neue Herbstmode ist auch dabei

Silke Kröger
13.10.2019 | Stand 13.10.2019, 19:48 Uhr |

Bielefeld-Brackwede. Beschaulich-leere Fußgängerzone in der Bielefelder City, Kirmes, Musik & Menschengedränge im Brackweder Zentrum - dieser Gegensatz ist typisch für die traditionellen "Glückstalertage". Zumal, wenn die Sonne scheint, und das macht sie nach anfänglichem Zaudern dann doch an diesem Wochenende. Tausende schlendern über die Festmeile von der Gaswerkstraße bis zur Bartholomäuskirche, shoppen in den Geschäften und auf dem großen Flohmarkt, genießen die Jahrmarktatmosphäre, das gute Essen und die mitreißende Musik. Sichtbar zufrieden ist denn auch Karl-Uwe Eggert, Vorsitzender der ausrichtenden Werbe- und Interessengemeinschaft (WIG) Brackwede. Kirmes Auf dem vorderen Kirch- und auf dem Treppenplatz blitzt und funkelt es bei den knallbunten Fahrgeschäften wie der "Flying Swing" mit seinen durch die Luft fliegenden Zweisitzern, der Autoscooter mit den rasant fahrenden kleinen Flitzern oder das im Vergleich dazu kleine Kinderkarussell am Straßenrand mit Polizei-Motorrad, Feuerwehrwagen und Co. vor orientalischer Kulisse mit blauem Djinn und schwebenden Teppichen. Ganz an der Ecke bleibt noch Platz für Toni's Schlemmer-Pavillon, Brackwedes Bratwurstbude im Bielefeld-Design. Wer geschickt ist, kann sich im Entenangeln, Dosenwerfen oder an den Kuscheltier-Greifern entlang der Hauptstraße versuchen. Hingucker ist wie jedes Jahr der Brackweder Harry Herrig (67) mit seinem riesigen Luftballon-Strauß. Eine seiner jüngsten Kundinnen ist Sena, erst 20 Monate alt und ebenfalls aus Brackwede, die zusammen mit ihrer großen Schwester Mina (3), Cousin Deniz und den Vätern auf der Hauptstraße unterwegs ist. "Eine gefühlte Ewigkeit" sei er dabei, erzählt der Luftballonmann, und er will noch möglichst lange aktiv sein. "Das macht einfach Spaß." Flohmarkt Die Treppenstraße hinunter zieht sich ein buntes Gewimmel von Ständen, Händlern und Besuchern. Das Angebot ist reichhaltig, vom eleganten, perlenbesetzten Abendkleid bis hin zum dicken Strickpulli, von den Winnetou-Langspielplatten über Wolfgang-Petry-Kassetten bis hin zum großen Weltatlas. "Einmal durchgeblättert und dann ins Regal gestellt", erzählt die Verkäuferin, die das schwere Prachtstück denn auch nicht allzu preiswert abgeben möchte. Auf Spielzeug und Kinderbücher haben sich Hannah (10) und Annika (11) spezialisiert. Besonders von manchen Büchern falle ihr die Trennung schon etwas schwer, meint Hannah, die trotz ihrer Jugend schon ein Trödel-Profi ist. Ebenso wie Günter Karge, der seit Samstag, 6 Uhr, vor Ort ist. "Da wollt' ich eigentlich 20 Euro für haben", diskutiert er mit einem seiner Kunden kurz und gibt nach, "na gut, 15 Euro". Das Buddelschiff wird eingetütet und dem neuen Besitzer überreicht. Bühne Der Kirchplatz ist bereits proppevoll, schon bevor die 30 Sänger des Bielefelder Shanty-Chors die Bühne erklimmen. Auf langen Holzbänken lassen es sich die Besucher bei allerlei Süffig-Flüssigem gutgehen. Mit bekannt-beliebten Liedern wie "Seemann, lass das Träumen", die Ballade "Die Insel Niemandsland" oder das stimmungsvolle Solo "Rosemarie" bringen die Sänger ihr Publikum rasch zum Klatschen, Mitsingen und Schunkeln. "Wir sind oft auf den Glütata", berichtet Chor-Vorsitzender Manfred Wallwiener und lädt gleich zu den Adventskonzerten ein. "Am Nikolaustag treten wir erstmals in der Stiftskirche in Schildesche auf." Derweil versammeln sich die Brackweder Line-Dancer "The Renegates" schon einmal auf einem freien Plätzchen. Vier Wochen haben sie geprobt und diesmal Country, Schlager und Filmmusik zu ihren Tänzen mitgebracht. Neun Tänzer sind dabei, alle schick in Schwarz mit Hut. Essen Falafel, Backfisch, Churros, Texas-Burger, Crêpes, aber auch vegetarische Gemüsepfanne, Pizza, Chinesisches, Fischiges, Türkisches oder die beliebte Erbsensuppe des Roten Kreuzes: Hungrig verlässt niemand die Glütata. Und süße Kirmesleckereien wie Zuckerwatte, Paradiesäpfel, gebrannte Mandeln und die gut gefüllte Waffeltüte fehlen natürlich auch nicht. Verkaufsoffener Sonntag. Gut besucht sind auch viele Geschäfte, die mit Sonderaktionen und Rabatten locken. Und natürlich mit der neuen Herbstmode. "Der Handel braucht diesen Tag", unterstreicht WIG-Vorsitzender Eggert. "Je nach Geschäftstyp macht das bis zu 5 Prozent des Jahresumsatzes." Sonst hätte mancher Händler zudem "keine Chance gegen die, die keinen stationären Handel betreiben."

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