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Olga Tokarczuk bei ihrer Ankunft im Blitzlicht der Medien. - © Foto: Jörg Dieckmann
Olga Tokarczuk bei ihrer Ankunft im Blitzlicht der Medien. | © Foto: Jörg Dieckmann

Bielefeld Literatur-Nobelpreisträgerin ist in Bielefeld angekommen

Die Polin Olga Tokarczuk liest nach der Verkündung der großen Ehre heute Abend in der Stadtbibliothek

Ariane Mönikes
10.10.2019 | Stand 11.10.2019, 06:16 Uhr
Ingo Kalischek

Bielefeld. Großer Bahnhof vor der Stadtbibliothek: Schriftstellerin Olga Tokarczuk wird dort heute lesen. Am Mittag wurde bekannt, dass die Polin den nachgeholten Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 bekommt. Um 18 Uhr ist sie angekommen - nachdem sie im Stau auf der Turnerstraße stand. Etliche Journalisten hatten unterdessen auf die Ankunft der 57-Jährigen gewartet. Für 20 Uhr war eine Lesung angekündigt. Im Vorfeld gibt es eine Pressekonferenz. Tokarczuk ist überwältigt: "Ich wusste, dass ich ganz gut schreiben kann, aber nicht, dass es für so einen Preis reicht. Als ich erfahren habe, dass ich den Preis kriege, war ich auf der Autobahn, irgendwo zwischen Berlin und Bielefeld. Plötzlich sah ich einen Anruf mit schwedischer Nummer auf dem Display und mein Blutdruck schoss hoch." Um 18.30 Uhr hat sie der BBC ein Interview gegeben. Rund 300 Stühle sind für die Veranstaltung aufgestellt, die Stadtbibliothek hat deshalb heute schon um 18 Uhr geschlossen. Das Team der Bibliothek soll heute um 13 Uhr nach der Bekanntgabe laut gejubelt haben - 30 Minuten später waren alle 300 Karten für den Abend weg. Davor sollen es nur knapp 50 gewesen sein. Nach Herta Müller die zweite Preisträgerin Klaus-Georg Loest, Leiter der Stadtbibliothek, hat noch Donnerstagmorgen mit Tokarczuk telefoniert. "Ich glaub, ich werd das nicht" habe sie ihm gesagt. Tokarczuk ist nach Herta Müller die zweite Literaturnobelpreisträgerin in Bielefeld: mit dem Unterschied, dass Müller erst viel später kam und Tokarczuk quasi an Tag 1. Datum war Zufall Tokarczuk kam von Potsdam mit dem Auto. Dort hatte sie am Mittwoch gelesen. In Bielefeld wurde sie wegen der Literaturtage eingeladen. Das Datum war Zufall. Stadtsprecherin Gisela Bockermann: "Das ist ein super guter Tag für uns. So was haben wir noch nie erlebt und werden es wohl auch nicht mehr." Oberbürgermeister Pit Clausen hat Tokarczuk mit goldener Amtskette empfangen. Auch Kulturdezernent Udo Witthaus ist da. Clausen freut sich über so viel Rummel in der Stadt: "Jetzt ist Bielefeld schon wieder in aller Welt bekannt." Eine Anspielung auf die Bielefeld-Verschwörung. Tokarczuk ist schon das dritte Mal in der Stadtbibliothek nach 2004 und 2011.

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