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Der 45-jährige, mutmaßliche Messertäter, der auf dem linken Foto festgenommen wird, soll ernsthaft psychisch krank sein. Nach der Tat wurde er in einem Polizeibulli weggfahren. - © Paul Brinkmann / Christian Mathiesen
Der 45-jährige, mutmaßliche Messertäter, der auf dem linken Foto festgenommen wird, soll ernsthaft psychisch krank sein. Nach der Tat wurde er in einem Polizeibulli weggfahren. | © Paul Brinkmann / Christian Mathiesen

Bielefeld Messerstecher vom Jahnplatz soll psychisch krank sein

Opfer endlich auf dem Weg der Besserung. Täter muss begutachtet werden

Jens Reichenbach
10.10.2019 | Stand 11.10.2019, 10:21 Uhr |

Bielefeld. Die Ermittlungen der Mordkommission Tunnel nach der lebensgefährlichen Messerattacke auf eine 43-jährige Bielefelderin auf dem Bahnsteig der Untergrund-Haltestelle am Jahnplatz dauern weiterhin an. Wie die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Busse bestätigte, ist das lebensgefährlich verletzte Opfer nun endlich über den Berg. Nachdem die Angegriffene am Freitag, 20. September, mit schweren Stichverletzungen am Kopf ins Krankenhaus eingeliefert worden war, hatte sich ihr Zustand im Krankenhaus so verschlechtert, dass die Ärzte auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen mussten. Lebensgefährlich verletztes Opfer endlich über den Berg Inzwischen habe sich der Zustand der Frau aber so weit gebessert, dass sie sogar schon von Ermittlern der Kripo zu der Tat befragt werden konnte. Was das Opfer zu der Tat und dem Geschehen davor gesagt hatte, konnte die Staatsanwältin noch nicht sagen. In Sachen Tataufklärung habe sie aber inzwischen ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, das über die mögliche psychische Erkrankung des Beschuldigten Aufklärung bringen soll: „Denn der Beschuldigte hat selbst für sich ein Gutachten eingefordert", erklärt die ermittelnde Staatsanwältin. Schnellgutachten bestätigt U-Haft Daraufhin wurde der 45-Jährige von einem Sachverständigen in einem Schnellverfahren überprüft, ob er aus der Untersuchungshaft in die Forensik für psychisch Kranke verlegt werden müsse. „Das haben wir aber nach Abschluss der Prüfung abgelehnt", so Busse. „Der Beschuldigte ist in der Untersuchungshaft weiterhin richtig aufgehoben", sagt sie angesichts des Expertenurteils. Sollte das endgültige psychiatrische Gutachten eine ernste Erkrankung des Beschuldigten ergeben, könnte sogar die Schuldfähigkeit des 45-Jährigen in Frage stehen. Annäherungsverbot gegen den mutmaßlichen Messertäter Wie berichtet, waren der mutmaßliche Täter (45) und sein Opfer Ex-Partner. Nach ihrer Trennung war die Situation für die Frau über Wochen so sehr eskaliert, dass die 43-jährige mehrfache Mutter alle juristischen Mittel ausschöpfen musste, um sich vor ihm zu schützen. So bestand bereits ein Annäherungsverbot gegen den 45-Jährigen, weil er seine Ex-Freundin bedroht, bedrängt und tätlich angegriffen haben soll. Am 20. September kam es dann im Jahnplatz-Tunnel zu dem Gewaltausbruch vor zahlreichen Zeugen. Immer wieder soll der 45-Jährige mit seinem Messer auf den Kopf seiner Ex-Partnerin eingestochen haben – bis endlich ein mutiger Zeuge eingriff und den Täter zusammen mit Umstehenden von weiteren Stichen abhielt.

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