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Beweismittel: In seiner Jacke steckten 2.450 Euro in Scheinen, drei Handys, zwei kleine Waagen, Kokain und Marihuana. Foto: Polizei - © Polizei
Beweismittel: In seiner Jacke steckten 2.450 Euro in Scheinen, drei Handys, zwei kleine Waagen, Kokain und Marihuana. Foto: Polizei | © Polizei

Bielefeld Polizei präsentiert: Was Bielefelder Dealer so in ihrer Jacke tragen

Zeugen melden Verdächtigen an der „Tüte“

Jens Reichenbach
09.10.2019 | Stand 10.10.2019, 09:12 Uhr

Bielefeld. Zwei aufmerksamen Zeugen hat es die Polizei zu verdanken, dass sie am Drogentreffpunkt an der „Tüte" einen Drogenhändler festnehmen konnte. Wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilte, hatten die Zeugen am Montag gegen 12.45 Uhr einen Mann an der Herbert-Hinnendahl-Straße beobachtet, wie er offenbar Drogen verkaufte. Immer wieder tauschte der Verdächtige zwischen Stadthallenpark und Straße mit anderen Personen Dinge aus. Zu eindeutig war dieses Verhalten für die Zeugen: Hier wird mit Drogen gehandelt. 41-Jähriger spuckt sieben Kokain-Portionen aus Die schnell hinzugerufenen Polizisten nahmen den Verdächtigen tatsächlich wenig später vorläufig fest. Bei der Kontrolle des Mannes bemerkten die Polizisten, dass der Verdächtigen etwas im Mund versteckte. Sie forderten ihn auf, dies herauszunehmen. Daraufhin spuckte der 41-Jährige sieben „Bubbles" mit Kokain aus. "Bubbles" sind verkaufsfertige, fingernagelgroße Drogenportionen in Kugelform. Oft sind sie in Plastiktüten verpackt, um sie im Ernstfall herunterschlucken zu können. Ein Gramm Kokain kostet für die Zwischenhändler 70 bis 80 Euro, wie am Rande eines jüngsten Gerichtsprozesses bekannt wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Verkaufspreis des Kleindealers auf der Straße niedriger liegt - die Qualität der Droge ist dann nicht mehr dieselbe. Drei Handys sind szenetypisch Außerdem fanden die Beamten bei dem Dealer eine Vielzahl an Geldscheinen (insgesamt 2.450 Euro), zwei Kleinwaagen zum Portionieren, drei Handys, große Blättchen zum Selberrollen von Zigaretten und mehrere Plastiktüten, die zum Transport und Bunkern von Drogen eingesetzt werden.Warum hat ein Dealer drei Handys bei sich? Polizeisprecherin Hella Christoph bezeichnet die Fülle an Kommunikationsgeräten für Drogenhändler als szenetypisch. "Die Verkäufer geben für ihre Kunden oft eine spezielle Handynummer heraus." Das zweite Handy sei meist für den privaten eigenen Gebrauch. Ein Handy soll Polizei in die Irre führen Das dritte Handy sei dann entweder für den Kontakt zum Zwischenhändler, der die Kleindealer mit Nachschub versorge. Es könne aber auch sein, sagt Christoph, dass die Dealer ein weiteres Handy mitführen, um damit die Polizei in die Irre zu führen. Dieses Handy sei frei von belastenden Chats, Gesprächen und Kontaktadressen. Bei der späteren Durchsuchung seiner Wohnung stellten Beamte später noch eine weitere Tüte mit Drogen sicher. Den Drogendealer erwartet eine Anklage wegen illegalen Handels mit Kokain. Spiegel-TV berichtet am 3. Oktober über das Comeback der Droge Kokain:

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