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Die "Wissenswerkstatt" soll in der früheren Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße öffnen. Mit dabei sein könnte auch das neue Digitalisierungsbüro für Bielefeld. - © Sarah Jonek
Die "Wissenswerkstatt" soll in der früheren Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße öffnen. Mit dabei sein könnte auch das neue Digitalisierungsbüro für Bielefeld. | © Sarah Jonek

Bielefeld Das soll in Bielefeld künftig alles übers Internet laufen

Die Stadt will auch ohne Fördermillionen weiter "Smart City" werden

Joachim Uthmann
10.09.2019 | Stand 11.09.2019, 04:47 Uhr

Bielefeld. Jüngst gab es einen herben Dämpfer. Die Hoffnung, für das Projekt "Smart City", bei dem vieles in der Stadt digital laufen könnte, Millionen an Fördergeldern zu erhalten, zerschlug sich. Doch die Stadt will den Kurs zur Digitalisierung weiter verfolgen. Jetzt plant sie ein neues Büro dafür - das als GmbH ausgegliedert werden soll. Standort könnte die neue "Wissenswerkstatt" sein. In der Smart-City soll alles übers Internet laufen - ob Anträge im Rathaus, Infos über die Grüne Welle, Bildungsangebote, Lieferdienste oder Müllabfuhrtermine. Das Modellprojekt muss jetzt aber ohne die Zuschüsse auskommen. Den Rückschlag hier will die Stadt aber auffangen. Ein Digitalisierungsausschuss des Rates ist eingesetzt. Jetzt soll ein Digitalisierungsbüro folgen. Alles soll übers Internet laufen Dabei will die Stadt mit den Stadtwerken kooperieren, aber auch mit Externen. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet ein Eckpunktepapier. Stufenweise soll das Büro in zwei Jahren aufgebaut werden - als Impulsgeber, Steuerer und Koordinator. Das Rathaus will das aber nicht selbst machen, sondern in eine eigenständige GmbH auslagern. Das sei für die Außenwirkung und Akzeptanz besser. Trotzdem soll es nicht bei möglichen Partnern wie dem Pioneers Club angedockt werden, um die Unabhängigkeit zu wahren. Deshalb könnte ein Standort in den Räumen, die neben der "WissensWerkStadt" in der früheren Bibliothek entstehen, der richtige sein, schlägt die Ratshausspitze vor. Es hakelte bei der Förderung Allerdings könnte das zeitlich eng werden. Denn das Projekt mit der "WissensWerkStadt" wird wohl erst im Sommer 2022 eröffnen. Das sieht der aktuelle Zeitplan vor, wie Martin Knabenreich von Bielefeld Marketing erklärt, die die Räume derzeit als Zwischenlösung für Veranstaltungen nutzt. Der Umbau soll 2020 beginnen. Das Projekt liege nach wie vor im Plan, sagt Knabenreich, auch wenn es zwischendurch hakelte. Denn bei der komplizierten Konstruktion von privatem Investor, öffentlichem Betreiber und städtischer Beteiligung waren rechtliche Fragen bei der geplanten Millionen-Förderung schwierig zu klären. Digitalisierung würde passen "Doch wir hatten genügend Puffer, so dass es wie erwartet weiter laufen kann", sagt Knabenreich. Das von Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) mit Priorität verfolgte Projekt wird mit der Volksbank-Immobilientochter Geno und dem Investor Walter Hauer (Gütersloh) in der früheren Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße realisiert. Die "WissensWerkStadt" soll 3.000 Quadratmeter in Erd- und erstem Obergeschoss erhalten, darüber seien gut 2.000 Quadratmeter für Vermietungen vorgesehen. Die Nutzungen sollten zum Thema passen. Digitalisierung bietet sich da an. Die Gesamtkosten werden auf 8,2 Millionen Euro geschätzt.

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