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Das Goja-Feinkostgeschäft auf der Welle existiert in Bielefeld nur noch als Schriftzug auf der Markise.  - © Wolfgang Rudolf
Das Goja-Feinkostgeschäft auf der Welle existiert in Bielefeld nur noch als Schriftzug auf der Markise.  | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Bielefelds Altstadt droht zu veröden: Geschäfte und Restaurants schließen

Heidi Hagen-Pekdemir
19.08.2019 | Stand 19.08.2019, 14:10 Uhr

Bielefeld. Schaufenster ohne Beleuchtung, verschlossene Türen. Die Leerstände in der Altstadt sind nicht zu übersehen. Neben Einzelhandelsgeschäften sind auch Kneipen und Restaurant geschlossen, manche schon länger als ein Jahr. Anlass genug für die Altstädter Kaufleute, über kreative Initiativen gegen eine Verödung der Innenstadt nachzudenken. Am Oberntorwall sind 400 Quadratmeter des früheren Magic-Ladens ungenutzt Seitdem die Modekette Magic vor etwa einem Jahr an die Niedernstraße umgezogen ist, stehen am früheren Standort Oberntorwall mehr als 400 Quadratmeter leer. An der Welle ist das Designhouse Anfang des Jahres ausgezogen. Zum 1. November soll ein Unternehmen der Kosmetikbranche folgen. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite klebt im Fenster des früheren Feinkostgeschäfts Goja der Hinweis "Zu vermieten". Gleich um die Ecke am Bach erinnert die Außenwerbung noch an den letzten Betreiber: Fisch Heidbrink. Der ist schon vor zwei Jahren ausgezogen. Der Laden wird auf dem Immobilienmarkt angeboten. Zwei Häuser weiter ist ein Neumieter schon in Sicht. Ende August zieht "Edel Weiß" in das ehemalige Geschäft des Raumausstatters Lindemann ein - und vergrößert sich. Die Inhaber betrieben bisher ihr Interieurgeschäft auf 40 Quadratmetern an der Stapenhorststraße. Auf Mietersuche sind auch die Eigentümer einer Ladenfläche im Altstadt-Carrée. Mehr als ein Jahr ist nach dem Auszug des Spielzeug- und Kindermodengeschäfts am Eingang zur Neustädter Straße vergangen. Die Boutique Mademoiselle an der Obernstraße 47 schließt zum Ende des Jahres. Für die 190 Quadratmeter Fläche sind laut Immobilienangebot 3.800 Euro Miete fällig. Mit 250 Plätzen gehörte das Asia-Restaurant Ming Liu einst zu den größten Lokalen der Stadt. Vor gut einem Jahr gab es einen Betreiberwechsel, der Nachfolger warf schon drei Monate später das Handtuch. Seitdem steht die Gaststätte an der Obernstraße 44 leer. Ebenfalls unvermietet sind nach wie vor die Räume von Raya Thai. Das thailändische Restaurant an der Kreuzstraße 2 hat sich im vergangenen Jahr verabschiedet. Folien an den Fensterscheiben könnten die Tristesse auflockern Leerstände auch über längere Zeit - für Henner Zimmat sind überhöhte Mieten häufig die Ursache. "Die Immobilienbesitzer sollten sich darüber mal Gedanken machen", schlägt der Vorsitzende der Altstädter Kaufmannschaft vor. "Für uns geht es jetzt darum, was man aus diesen Flächen machen kann." Denkbar seien beispielsweise Pop-up-Stores, Geschäfte auf Zeit. Mit den Startup-Unternehmern der Founders Foundation sei man bereits in Kontakt, um gemeinsam Ideen für neue Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln.

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